Den Unbilden der Witterung getrotzt

Beim Jubiläums-Stadtlauf beste Stimmung trotz schlechten Wetters – 1300 Teilnehmer waren insgesamt mit dabei


Gewinner des 25. Wieslocher Stadtlaufs 2016

 

Das Wetter war mies, die Stimmung jedoch ungetrübt und so hatten sich beim Jubiläums-Stadtlauf der TSG Wiesloch alleine zum Zehn-Kilometer-Lauf rund 840 Läuferinnen und Läufer aufgemacht, um trotz anfänglich widriger Bedingungen die Strecke in Angriff zu nehmen. Bei der 25. Auflage hatte sich Petrus nicht unbedingt als Verbündeter erweisen, bereits am sonntäglichen, frühen Vormittag regnete es, begleitet von empfindlicher Kühle. Spätestens nach dem Startschuss, ausgeführt von Oberbürgermeister Dirk Elkemann, spielten die Unbilden der Witterung aber keine Rolle mehr. Der Regen hörte fast auf, hin und wieder blinzelte gar die Sonne durch das dicke Wolkenband und für einen war nach etwas mehr als 33 Minuten im wahrsten Sinne des Wortes "alles gelaufen". Issac Kibrom von der LG Kurpfalz überquerte als Erster die Ziellinie im Stadion. Der 29jährige, aus Eritrea stammend und seit knapp einem Jahr als Flüchtling hier lebend, absolvierte unaufgeregt und mit einem satten Vorsprung die Distanz. Bei 33 Minuten und 23 Sekunden blieb für ihn die Uhr stehen und er gönnte sich bereits einen erfrischenden Trunk, als Max Leible von der TSG 78 Heidelberg (35:51 Minuten) und Armin Bodirsky vom TSV 05 Rot als Drittplatzierter in 36:09 die Ziellinie überquerten. Bei den Damen hatte Fabienne Amrhein (Engelhorn Sports Team) mit 38.21 Minuten die läuferische Nase vorn, gefolgt Hinter Amrhein wiederholte Birgit Winkler (TSG Wiesloch) wie schon im Vorjahr (41:13) ihren zweiten Einlaufrang bei den Frauen und verbesserte sich auf 40:50 Minuten. Als Dritte erreichte Birgit Bodirsky (TSV 05 Rot) in 41:12 Minuten das Ziel. Älteste Teilnehmerin in diesem Jahr war die 81jährige Erika Krüger vom TSV Reichenbach. Bei den Herren war Erwin Hube vom TV Schwetzingen (Jahrgang 1939) der Älteste.
 

Für die Organisatoren bedeutete das schlechte Wetter ein Umdenken. "Als klar war, dass der Sonntag doch eher feucht werden würde, haben wir unsere Aktivitäten in die Halle verlegt", berichtete TSG-Chef Manfred Walter. So musste die große Helferschar, unterstützt von der BIWU, bereits am Sonntag gegen sechs Uhr die entsprechenden Vorbereitungen treffen. Bänke wurden geschleppt, die Verköstigungsstände aufgebaut und eine kleine Bühne aufgebaut. "Wir konnten damit nicht am Samstag beginnen, denn unsere Handballer haben da noch ein wichtiges Spiel in der Badenliga gehabt – und gewonnen und somit endgültig den Klassenerhalt gesichert", freute sich Walter. Rund 100 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz. "Wir sind zwar ein Amateurverein, in Sachen Stadtlauf jedoch Profis", betonte der TSG-Vorsitzende.
 

Draußen auf der Strecke wurde zwischenzeitlich taktiert, die Kräfte eingeteilt und auch OB Elkemann gab sich – mit der Startnummer "1" unterwegs – nach dem Zieleinlauf zufrieden. "Besser als erwartet", resümierte er nach einem Blick auf die Uhr, die bei unter 43 Minuten stehen geblieben war. Auch zeigte er sich vom Streckenverlauf angetan. Bereits lange vor dem Start glich das Areal rund um das Stadion einem Bienenschwarm. Wichtig war es, sich an diesem Tag "warm" zu laufen, um die Muskulatur auf die anstehenden Anstrengungen vorzubereiten. Die einen eher sommerlich gewandet, andere wiederum, zumindest anfänglich, noch dick vermummt, ging es dann los. Schnell bildete sich eine Spitzengruppe heraus, ehe dann in der zweiten Runde der spätere Sieger Issac einsam in Führung liegend den Verfolgern enteilte.
 

Mit dabei, wie immer, nicht nur Einzelkämpfer, sondern auch viele Vereine, Instruktionen und Laufgemeinschaften. Die Vertreter des Tierheimes "Tom Tatze" hatten gar Hunde mit dabei, um den Vierbeinern einen ungewöhnliche Auslauf zu bieten. Die Schillerschule hatte in den Schülerklassen über 100 Teilnehmer gemeldet, das Laufteam der Sparkasse Heidelberg war mit 124 Läuferinnen vertreten, vom PZN war ein Team auf der Strecke und auch "Schuh Wolf und die Merianschule" hatten eine starke Abordnung geschickt. Der Winzerkeller beteiligte sich ebenso wie beispielsweise der Kindergarten "Wirbelwind".
 

Später, nach dem "großen" Rennen, waren die Jüngsten am Start, fast 460. Angefeuert vom familiären Anhang galt es, 300, 600 oder 900 Meter zu bewältigen. Bei der "kleinen Strecke", dem Bambinilauf, hatte Felix Kraus von der TSG Wiesloch die Nase vorn, über 600 Meter siegte in der Schülerklasse Florentine Jeanette Kramer (TSV 05 Rot) und über 900 Meter war Miriam Bodirsky, (ebenfalls TSV 05 Rot) erfolgreich. Bei der sich anschließenden Siegerehrung mit OB Elkemann gab es dann rundum zufriedene Gesichter. Die Strapazen waren längst vergessen, es gab Glückwünsche und ein Geschenk vom Hauptsponsor, der Bäckerei Rutz, für jeden Teilnehmer. "Wir kommen im nächsten Jahr wieder", war allenthalben zu hören. Ein Kompliment für die Organisatoren.