Neujahrstreffen der TSG am 15. Januar 2017

 

Neujahrsempfang 2017   

 

Seit Menschengedenken beginnt das neue Jahr der Wieslocher Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) nicht etwa mit dem 1. Januar, sondern mit dem traditionellen Neujahrs-Empfang, und bei dem geht es weniger um sportliche Ereignisse, sondern um einen gesellschaftlichen Saison-Einklang im vereinseigenen Clubhaus. Diesmal waren neben dem Landtagsabgeordneten Karl Klein (CDU) und dem OB-Stellvertreter Werner Phillipp zwei weitere Ehrengäste eingeladen: Stephanie Wirth, Geschäftsführerin der Sportregion Rhein-Neckar, sowie als Überraschungsgast Jochen Wier.

 

In seinem Rückblick auf das vergangene Sportjahr 2016 streifte der Vorsitzende Manfred Walter einige Ereignisse und Veranstaltungen, angefangen mit der traditionellen TSG-Meisterschaftsfeier in der wieder 141 Sportlerinnen und Sportler mit Aufnahme in die Meisterschaftstafel geehrt wurden. Bei der Sportlerehrung der Stadt Wiesloch kamen rund ein Drittel aus den TSG-Abteilungen und zur Mannschaft des Jahres wurden die Volleyballdamen-2 als Landesligameister gekürt. Fast 1300 sehr junge bis sehr alte Läufer waren am Start des bereits 25. Stadtlaufes, für dessen perfekter Organisation der Vorsitzende Manfred Walter Danke sagte, die Mitgliederversammlung wurde in den Medien als "TSG - Aushängeschild für Wiesloch beschrieben; beim Talwiesenspielfest hieß das Motto: "Kinderolympiade"; wie immer war die TSG beim Wieslocher Ferienspaß dabei; Spannung gab es wieder beim 39. Bacchus-Turnier und während sich die Besucher von "Wein und Markt" über den Wein freuten, freute sich auch die gefüllte Kasse. Beim 1. Handball-Cup der Metropolregion in Wiesloch ging es um sportliche Höchstleistungen, der Nikolaus bescherte Klein und Groß und die Weihnachtsschau der Rhythmischen Sportgymnastik war wieder eine Augenweide. Und "in 20 verschiedenen Sportarten und Kursen haben wir auch im vergangenen Jahr unsere Vielseitigkeit gezeigt", so Manfred Walter. Das gehe allerdings nicht ohne die 213 Übungsleiter und Helfer.

 

Zum diesmal fünften Mal bietet die TSG-Geschäftsstelle für ein Jahr einem jungen Menschen im Rahmen des Bundesfreiwilligen Dienstes einen Einblick in "Sport-Verein-Verwaltung" und zwar in Person der aktiven Sportlerin der Volleyballabteilung Katja Merx. Gast beim TSG-Neujahrsempfang war diesmal Stephanie Wirth von der Sportregion Rhein-Neckar, denn alle zwei Jahre zeichne diese Vereins- und Spitzenortler aus. Die TSG hatte sich mit ihrem "Wiesel" unter der Kategorie Vorbild-Verein beworben, da die TSG-Handballabteilung körperliche und geistig behinderte Menschen an den Sport heranführt. Bei der folgenden Sportgala in der Heidelberger Stadthalle wurde am 21. November der Award überreicht. - Für die TSG eine tolle Anerkennung, "denn bei knapp 3.000 Sportvereinen in der Metropolregion als Top Vorbild-Verein ausgezeichnet zu werden, macht uns stolz", so Walter. Der Vorsitzende zollte Lob und Dankeschön an die Handballer, besonders Jutta und Thorsten Wallenstein, Markus Ulmer und Abteilungsleiter Harald Sauter mit seinem Team für die Arbeit mit den "Wieseln“. Die Laudation in der Heidelberger Stadthalle hielt übrigens Jochen Wier - und damit ging es auch um den Überraschungsgast beim TSG-Neujahrsemfang 2017.

 

Worum es bei Jochen Wier und seinem Schicksal, aber auch bei seiner Aussage "Mir fehlt nichts", geht, wird auf der RNZ-Sonderseite vom 31.12.2016 ausgiebig beschrieben. Es war am 15. Mai 2010, als Wiers Leben sich drastisch veränderte. Mit Freunden war der 18-Jährige in Stuttgart unterwegs. Irgendwann hat ein Unbekannter ihm K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt. Wenig später wird er auf dem Dach einer S-Bahn gefunden. Die Oberleitung hat ihn zu 37 Prozent verbrannt. Seine Überlebenschancen sind gering. Als er nach fünf Monaten aus dem Krankenhaus entlassen wird, beginnt für ihn ein neues Leben ohne beide Unterschenkel und ohne den linken Arm. Er war Linkshänder. Nach 1 1/2 Jahren kommt Jochen Wier nach Heidelberg und hört von der "Bewegungsförderung für Amputierte" des Vereins "Anpfiff ins Leben". Damit beginnt auch für in ein neues Leben. Er trainiert seine Fitness, probiert verschiedene Sportarten. Heute sagt Jochen Wier: "Mir fehlt nichts" denn "ich kann alles machen." Er sagt einen Satz, der sich für einen offensichtlich extrem Behinderten außergewöhnlich anhört: "Ich habe eigentlich keine Behinderung, es sieht vielleicht nur manchmal behindert aus." Und das zeigt er auch den TSGlern, deren Fragen er beim Neujahrsemfang über seinen Unfall, dessen Folgen und seiner Bewältigung beantwortet. Seinem nie gefassten Täter hat er verziehen, Jochen Wier schaut positiv in die Zukunft, er trainiert regelmäßig und sieht auch so aus: "Mein großes Ziel sind die Paralympics" - vielleicht schon 2020 in Tokio.

 

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