"Die TSG ist das Aushängeschild von Wiesloch"
Neujahrstreffen der Turn- und Sportgemeinschaft 1885 e.V.

TSG Neujahrstreff Wiesloch. (HEN) Mit einer ganz persönlichen Anmerkung beendete Manfred Walter seine traditionelle Neujahrsansprache beim Neujahrstreffen 2014 der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Wiesloch: "Für dieses Jahr habe ich für mich entschieden, Gelassenheit in den Mittelpunkt meines Tuns zu stellen." Und gleich darauf auch die Begründung des TSG-Vorsitzenden: "Wir leben in einer Gesellschaft, die sich zunehmend der Hektik, Schnelligkeit und manchmal fehlenden Gesprächen hingibt. Manche Menschen meinen, im sofort und jetzt die Antwort zu finden. Ein Irrtum – wie ich meine – der zu immer mehr Stress führt." Und dann seinen Rat an die Vereinskameraden, Freunde und Sponsoren von Wieslochs größtem und sicher auch bekanntesten Verein in der gutbesuchten TSG-Gaststätte: "Suchen Sie alle im Sport Wohlbefinden. Hierbei stehen Gesundheit, Bewegung und Freude im Vordergrund."

Und genau darum geht es in der TSG, die in diesem Jahr ihren 129. Geburtstag feiern kann und seit 1885 "Gesundheit, Bewegung und Freude" auf ihre Fahnen geschrieben hat und nach Walters Begrüßung auch vom Heidelberger Musiker, Komponist, Poet, Clown, Dirigent, Radio- und Fernseh-Moderator und Conferencier Bernhard Bentgens aufgegriffen wurde, als der "TSG" mit "Turner singen gerne" oder "Turner singen grundlos" interpretierte. Neben dem Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci und dessen Landtagskollegen Karl Klein begrüßte Walter vor allem "unseren neuen Bürgermeister Ludwig Sauer", der noch "in der Probezeit ist, denn die ersten 100 Tage sind noch nicht erreicht – bis heute sind es erste 73 Tage."  Und bei allen positiven Veranstaltungen des Jahres 2013 wie zum Beispiel dem 22. Stadtlauf im April oder dem erstmaligen Orientierungslauf auf dem Gelände des PZN und der Innenstadt im Mai anlässlich des Deutschen  Sportfestes; bei 130 Sportlerinnen und Sportlern die bei der TSG-Meisterschaftsfeier geehrt wurden, gebe es imm3er noch Probleme, mit denen Walter den neuen Bürgermeister  ansprach: "Noch immer fehlen uns Hallenstunden. Neue Gruppen können nicht starten, manche Trainingseinheit muss zeitlich verkürzt werden, oder die Gruppengröße überschreitet das übliche Maß. Und keine Besserung ist in Sicht!" Und diese Situation habe weit reichende Konsequenzen für die TSG, denn "dadurch verlieren wir auch Mitglieder an Nachbarvereine und somit auch Geld!" Und damit erwähnte Walter die Situation in Walldorf, wo eine neue Sporthalle erstellt wird. Die Realität sei, "es fehlen Sportstätten in Wiesloch. Wir haben unseren eigenen Talwiesenplatz für einige Stunden der Jugend vom VfB-Wiesloch und des FC-Wiesloch überlassen", und weiter "auch ist die Vereinsförderung aufgrund der finanziellen Lage der Stadt Wiesloch sehr bescheiden!"

Seine Antwort begann Ludwig Sauer mit einer Lobrede auf die TSG. Alles zu erwähnen würde den Rahmen des Neujahrstreffens sprengen, denn bei der TSG wird viel getan was auch schon an der "super Homepage" erkennbar sei. Es gebe kaum eine Sportart, die nicht angeboten wird, die "TSG ist das Aushängeschild für Wiesloch", in der auch viele Menschen aus den Umlandgemeinden trainieren." Und dann ein ganz besonderes Lob: "Lange bevor das Wort Integration erfunden wurde gab es die bereits in der TSG." Walters Vorgänger als Vorsitzende, Karl Walter und Hannelore Antoni hätten stets über den Tellerrand hinaus geschaut und sich für die TSG und ihre Entwicklung maßgeblich engagiert. Zu den von Manfred Walter angesprochenen Problemen erklärte Lauer, dass "die Hallensituation bekannt ist – aber der Haushaltsrahmen ist sehr, sehr eng." Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, wünschte der Bürgermeister "weiterhin gute Zusammenarbeit".

Und die ist sicher auch nötig, denn das Jahr 2014 werde auch für die TSG Veränderungen bringen, wie Walter in seiner Vorschau erläuterte. "Auf Grund der neuen Schullandschaft müssen wir deutliche Veränderungen im Übungsbetrieb durchführen und neue Angebote ausarbeiten." Dazu gehöre auch die kontinuierliche Suche nach Nachwuchs im Trainer- und Vorstandsbereich. Nicht nur an die beiden Bundestags- bzw. Landtagsabgeordneten Castellucci und Klein gerichtet dann Walters Hinweis: "Man kann nicht immer vom Ehrenamt sprechen, es muss auch eine politische Unterstützung erfolgen." Allein im Jugendbereich leistete der Verein 2013 über 12.000 Übungsstunden für knapp 1.400 Kinder und Jugendliche. "Diese Arbeit könnte keine Kommune übernehmen und bezahlen." Deshalb "werden wir im ersten Halbjahr intensive Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat führen." Sportlich blicke die TSG positiv in die Zukunft. Die "TSG-Mannschaft" mit über 200 Helfern, Trainern, Abteilungsleitern und Vorstandsmitgliedern würde auch 2014 wieder ihr Bestes geben. Und damit an die Anwesenden beim Neujahrtreffen gerichtet Walters Schlussworte nach seiner Bemerkung, dass "unsere Bilanz zum Jahresende kleine aber schwarze Zahlen aufweist" -  "mit Ihrer Hilfe und unserem Engagement kann ich Ihnen hoffentlich im Januar 2015 wieder viel Erfreuliches beim Neujahrstreffen berichten."

"Trinkt Sekt in Gemeinschaft" könnte eine Erklärung für die Abkürzung "TSG" bedeuten, witzelte der "Poet" Bernhard Bentgens, der mit seinen mimischen, musikalischen und dichterischen Darbietungen sein Publikum amüsierte. Dazu gehörte auch der große Geburtstagschor für den TSG-Vize und Badminton-Abteilungsleiter Stefan Fürstenau, das Glockenwunschkonzert  der vier "freiwilligen" Nachwuchsmusiker und die Lieder wie "Ich wär’ so gern Dein neuer BH", "Wenn’s Dir dreckig geht!", oder "Zukunft – Du sahst schon mal besser aus."