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Der Nahkampf
Nahkampf bezeichnet Kämpfe, die zwischen zwei oder mehr Gegnern auf einem begrenzten Raum sowohl bewaffnet als auch unbewaffnet stattfinden. Der Nahkampf ohne Waffen, sowie mit Schlag-, Stich-, oder Hiebwaffen wird oft als Kampfkunst oder Kampfsport bezeichnet, darunter fallen Kung Fu, Karate, Judo, Krav Maga, Schwertkampf und ähnliches. Der bewaffnete Nahkampf, besonders mit Pistolen, Maschinenpistolen und Granaten, wird oft auch als Häuser- / Straßenkampf bezeichnet, da er innerhalb eines Hauses oder in den Gassen und Straßen von Städten stattfindet.
Vom ultimativen KampfstilSieht man sich die Geschichte der Menschheit seit Anbeginn der ersten Formen von Zivilisation, kann man erkennen, dass das Kämpfen darin eine bedeutende Rolle einnimmt. Imperien wurden errichtet und vernichtet, wobei Überlegenheit in Technik, Taktik und Training der Kampfkraft oft genug der entscheidende Faktor waren. Aber auch ohne große Feldzüge und einfallende Stämme gibt es reichlich Gelegenheiten im Leben eines Menschen, die bis zum Einsatz körperlicher Gewalt eskalieren können, wobei man sich auch in unbewaffneten Konflikten schwerste Verletzungen mit bleibenden Schäden zuziehen kann. Man tut also sicher nicht verkehrt daran, sich mit der Thematik des Kampfes zu befassen, sei es nur um diesen Vermeiden zu können. Das fällt einem in der multimedialen Welt von Heute leichter denn je, werden wir doch geradezu mit Gewaltdarstellung in Film, Funk und Fernsehen überschüttet. Kein Actionfilm kann es sich noch leisten keine professionelle Kampfkunst-Choreographie zu haben. Profiboxer erhalten zweistellige Millionenbeträge für einen einzigen Kampf. Sumo- Ringen, Thai-Boxen und K1 haben den Weg ins deutsche Fernsehen gefunden und jedes Dorf hat neben Fußball-, Schützen- und Trachtenverein noch mindestens Boxen, Ringen, Judo und Karate im Freizeitangebot. In einer Großstadt wird dann das Angebot an verschiedenen Stilen geradezu unübersichtlich und verwirrend. Exotischte Schriftzeichenkombinationen gepaart mit allerlei Versprechungen werden einem in großer Zahl feilgeboten. Was ist da das Beste für mich? Was ist der Unterschied zwischen Karate und Kung Fu? Muss man dabei komische Schreie von sich geben und wenn ja, warum? Muss man beim Muay Thai mit bloßem Schienbein Kokosnüsse vom Baum klopfen? Können alle Asiaten einen Kampfsport und warum haben wir nur Boxen und Ringen? Was bringt einen dazu mit bloßer Faust auf Ziegelsteine zu hauen?
Die große Popularität und massive Medienpräsenz speziell der asiatischen Kampfstile trägt nicht gerade zur Klärung dieser Sachverhalte bei, um es mal vorsichtig zu formulieren. Reales wird praktisch eins zu eins mit Fantasien vermischt und bildet einen Schleier des Scheinwissens und erschweren vernünftige Diskussionen zu diesem Thema mit unbedarften Menschen, doch an einem Punkt kommen alle zusammen um sich sofort darauf in teilweise bitterster Zankerei wieder zu verstreiten: "Welcher Kampfsport, welche Kampfkunst, welcher Kampfstil ist der beste von allen?" Diese Frage hat schon Freundschaften auf die Probe gestellt und sorgt für immer neuen Diskussionsstoff unter Kampfkünstlern wie auch unter Laien. Ich möchte mit diesem Artikel allgemeinverständlich, unvoreingenommen und objektiv etwas Licht in den Dschungel der Mythen und Hollywood-Wahrheiten bringen. Was ist ein Stil? Warum gibt es verschiedene Stile? Wie unterscheiden sie sich? Bevor man fortfährt, empfiehlt es sich einige Begriffe zu klären um Missverständnissen vorzubeugen. Was ist ein Stil? Ein (Kampf-) Stil ist eine Zusammenfassung von speziellen Techniken und Taktiken, die auf speziellen Theorien basieren und mittels einer speziellen Trainingsmethodik zu einem System verbunden werden. Was ist Kampfsport? Sport dient per Definition dem Zeitvertreib und hat oftmals den sportlichen Wettkampf als Folge bzw. wird zu seinem Zwecke betrieben. Ein Kampfsport ist demzufolge in erster Linie auf den sportlichen Zweikampf (Boxen im Ring, Judo-Meisterschaften) bzw. vergleichende Demonstrationen diverser Fähigkeiten (z.B. Karate Kata, Bruchtest) ausgelegt. Zur Vermeidung von Verletzungen und Einhaltung der Fairness ist meist ein striktes und umfangreiches Regelwerk vorhanden. Was ist Kampfkunst? Hier kann man sich über die exakte Bedeutung lange streiten. Fragt man z.B. einen Wing Tsun Kung Fu Betreiber, so wird er in etwa so antworten: „Bei der Kampfkunst geht es im Gegensatz zum Kampfsport um regelfreien, ernsthaften Kampf zum Zwecke der Selbstverteidigung.“ Damit liegt er auch nicht verkehrt, nur ist diese Deutung meiner Meinung nach nicht ganz vollständig, kann man doch aus ganz anderen Gründen einen Kampfstil, der nicht in erster Linie der Selbstverteidigung dient, ‘kunstvoll' betreiben. Warum gibt es verschiedene Stile? Wie weiter oben bereits erwähnt, bestehen Stile aus Theorien, Taktiken, Techniken und Trainingsmethoden. Unterschiedliche Menschen, Gruppen und Völker haben unterschiedliche kulturelle, philosophische und historische Hintergründe und andere Mentalitäten an Probleme heranzutreten. Das führt zum Entwickeln von unterschiedlichen Lösungen für ein und dasselbe Problem. Diese Lösungen werden dann noch auf unterschiedliche Art kultiviert und bewahrt was gerade in Asien zu einer riesigen Vielfalt teilweise gänzlich verschiedener Stile geführt hat, die sich bis in unserer Tage erhalten konnten. Hier bietet sich ein kurzer Abriss der Geschichte der Kampfkünste an: Die Wiege der Kampfkünste liegt wahrscheinlich im alten Ägypten, wo man mehr als 4000 Jahre alte Darstellungen von Ringertechniken gefunden hat. Von dort aus führt die Spur nach Griechenland, wo professionelle Kämpfer, die auch Hand- und Tritttechniken benutzten, für relativ hohe Summen Kämpfe vor Publikum durchführten und hohes Ansehen genossen. Als Alexander der Große dann bis nach Indien vorstieß, vermischten sich wohl Kampftechniken mit Yoga und wurden in dieser Kombination weiter nach Asien getragen. Asiaten haben die Eigenschaft kulturelle Errungenschaften stark zu systematisieren und dann in einer teilweise religiös anmutenden Form zu bewahren, während sich Europäer aus pragmatischen Gründen eher an neue Technologien halten. So geschah es, dass mit der Einführung von Schusswaffen die alten europäischen Kampfkünste ihre Daseinsberechtigung verloren und praktisch ausstarben. Diese lange Existenz der Kampfkünste in Asien und die akribische Bewahrung der Tradition hat nun gerade dort zur Entwicklung vieler unterschiedlicher Stile geführt, die bis in unsere moderne, von Schusswaffen dominierte Welt, standgehalten haben. Der Re-Import dieser Künste in den Westen durch Bruce Lee & Co. führte dann zu einer regelrechten Renaissance dieser, wobei die pragmatischen Westler wiederum die eine oder andere Veränderung mit einfließen ließen, ja sogar eigene Stile aus den traditionellen entwickelten. Wie unterscheiden sich diese Stile? Es gibt unterschiedliche Methoden die Kampfstile zu kategorisieren, wie z.b. die Unterteilung und innere und äußere Stile. Äußere Stile sind meist sehr Körperkraftbetont. Um seine Kampfkraft zu erhöhen, versucht man zuerst einmal seinen Körper zu stählen. Man versucht eher die Kraft des Gegners zu brechen anstatt ihr auszuweichen. Beispiele für solche Stile wären z.B. Karate, Muay Thai, westliches Boxen und Ringen. Die sogenannten inneren Stile hingegen versuchen einen grundsätzlich anderen Weg zu gehen. Die Kraft des Gegners wird möglichst nicht gebrochen, sondern abgeleitet, ausgewichen oder nachgegeben. Eigene Kraft bezieht man aus dem „Chi“ (sprich: „Tschi“), der chinesischen Bezeichnung für die innere Energie, die einen durchfließt. Das mag nun sehr esoterisch wirken und kritische Europäer zum Stirnrunzeln verleiten, aber es verbirgt sich eigentlich nicht viel mehr dahinter, als die äußerst geschickte Ausnutzung von Körpermechanik, für die man aber einen gewissen Geisteszustand erreichen sollte, der das aktive Denken und Agieren unnötig macht. Man muss sich also soweit bringen können, dass die antrainierten Bewegungen wie von alleine ausgeführt werden, ohne dass eine vorherige Planung erforderlich ist. Um genau diese Fähigkeit zu verbessern, werden gerne Meditationstechniken eingesetzt. Beispiele für innere Stile wären z.B. Tai Chi Chuan, Hsing I, Chi Kung. Diese Art der Einteilung richtet sich nach Theorie und Methodik, lässt aber das wichtigste Kriterium für das Finden „seines“ Stiles außen vor. Steht man vor der Entscheidung welcher Stil der geeigneteste für einen ist, muss man sich fragen, welche Ziele man hat und wie viel man bereit ist für diese aufzubringen.
Warum betreibt man einen Kampfstil? Die häufigsten Gründe sind wohl: - Selbstverteidigung (SV) - Fitness - Gesundheit - Geselligkeit - Sportlicher Wettkampf - Spaß An dieser Stelle sollte man sich auf den gewichtigsten Grund konzentrieren, der einen Stil auszeichnet, die Selbstverteidigung. Alle anderen Attribute findet man in so ziemlich jedem Sport, nur der Aspekt des körperlichen Kampfes ist einzigartig. Es definiert die Kampfkunst, den Kampfsport, das Kämpfen an sich. Was den Kampfsport ungeeignet macht Wie schon erörtert, hat ein Sport die Prioritäten in der Freude an der Bewegung, der körperlichen Fitness und dem sportlichen Wettkampf. Gerade bei letzterem ist es unabdingbar notwendig ein striktes Regelwerk zu haben um Verletzungen zu vermeiden, die Fairness zu gewährleisten und auch Wertungen vornehmen zu können. All diese Dinge sind weit entfernt von der Realität der Straße! Eine reale SV-Situation, also eine Situation in der ein Anwenden von körperlicher Gewalt notwendig wird, zeichnet sich durch folgendes aus:
Kurz gesagt, auf der Straße gibt es keine Regeln, keine Fairness und keine Punktrichter! Gewinnen heißt, ohne nennenswerten körperlichen Schäden aus der Situation entkommen, vielleicht sogar einfach nur überleben!
Das Kämpfen auf der Matte, im Ring oder in der Sporthalle verhält sich in allen aufgezählten Punkten praktisch exakt gegenteilig. Wie kann man sich auf die Realität vorbereiten, wenn man sich soweit von ihr entfernt? Die Erfahrung zeigt, dass einen selbst jahrelanges Training und diverse Meistertitel nicht davor feien einen Straßenkampf als klaren Verlierer zu beenden. Oftmals sind es gerade solche Leute, die auf die harte Tour lernen müssen, dass die Sporthalle nicht mit dem harten Pflasterstein zu vergleichen ist und ihnen ihr Training eher eine falsche Sicherheit vermittelt hat, als die nötige Überlegenheit. Ein Mangel vieler Stile ist, dass sie nicht komplett sind, was heißen soll, sie sind in ihren Techniken und Taktiken begrenzt. Zum Beispiel fehlen einem Boxer Tritte, Ellbogen-, Knie-, Hebel-, Wurf-, Bodentechniken und die entsprechenden Verteidigungen dazu. Das ist schon eine ganze Menge an Fehlbestand. Ein weiterer Nachteil ist die teilweise sehr starke Doktrination der Stile. Zum Beispiel wird bei einigen Stilen sehr viel Wert auf die ästhetische Ausführung der Techniken gelegt. Zuwiderhandlung kann mit Punktabzug bestraft werden. Eine „unsaubere“ Technik kann aber leicht schneller und damit wirksamer sein. Wer seine sportlich stilisierte Technik auch so auf der Strasse anwendet wird schnell Opfer dieser, da Lücken offen gelassen werden die im Wettkampf durch Regeln geschlossen sind. Viele Stile sind sehr traditionell und beharren strikt auf korrekter, überlieferter Ausführung. Freies Testen der Techniken ist nicht erwünscht und wird unterbunden. Freies Sparring mit Kontakt wird gerne aus Gründen der Verletzungsgefahr weggelassen. Der Kampfsportler hat somit keine Möglichkeiten seine Techniken auf Wirksamkeit zu überprüfen. Er wird vielleicht nie erfahren, dass seine Technik überhaupt nicht funktioniert und sie genauso an seine Schüler weitergeben, bis er sie einmal in einer ernsten Situation anwenden muss und versagt. SV-Techniken sind zwar in praktisch allen Stilen vorhanden, werden aber meist sehr stiefmütterlich behandelt. Realismus und situatives Verhalten sind oft gar nicht berücksichtigt. Taktiken und Techniken gegen mehrere Gegner sind, wenn überhaupt vorhanden, unausgegoren und nicht sehr wirksam. Nun will ich den Kampfsportlern unter uns nicht generell jegliche Verteidigungsfähigkeit absprechen, denn langjähriges Training, auch des sportlichsten aller Stile, vermittelt einem gewissen Fähigkeiten, die schon so manche Situation bereinigen können. Ein simpler Fauststoß zur rechten Zeit an die rechte Stelle kann genügen und den trainiert selbst der unrealistischste aller Kampfstile zur Genüge, um nur ein Beispiel zu nennen. Es gibt sogar einige Stile, die über sehr wirksame Techniken verfügen und diese auch effektiv trainieren, sich dennoch nie wirklich auf „echte“ SV vorbereiten. Selbst Freefighter kämpfen nicht wirklich frei, halten sich an einen Mindestsatz von Regeln, wollen den Gegner nicht verletzen und trainieren ausschließlich die Situation des „rituellen Duellkampfes“. Sportlichkeit muss einfach einschränken und wird dadurch hinderlich!
Was eine Kampfkunst auszeichnen muss Nachdem ich nun die Schwächen der sportlichen Stile aufgezeigt habe, sollte sich schon abzeichnen welche Merkmale Stile zur SV aufweisen sollten: • keine Beschränkungen der Techniken • keine Beschränkungen der Taktiken • Effektivität hat oberste Priorität • Effektivität der Techniken wird ständig hinterfragt und nötigenfalls Änderungen vorgenommen • effiziente Trainingsmethoden • situatives Verhalten sollte gelehrt und geübt werden
Unter Beachtung dieser Kriterien ist der beste Stil nun der, der die besten Techniken mit den besten Taktiken benutzt und diese mit den besten Trainingsmethoden trainiert. Nun, welches sind die besten Techniken, die besten Taktiken und die besten Trainingmethoden? Wer jetzt erwartet, dass hier jetzt der Name eines bestimmten Stiles aufgeführt wird, der wird enttäuscht, denn man muss das aus philosophischen Gründen ablehnen, da im Universum keine Absolutheit besteht. Warum es keinen ultimativen Stil gibt Man wird teilweise Gefangener dieses einen Stils und verlernt außerhalb dieses doktrinierten, Vorgedachten Systems zu denken. Man wird blind für die eigenen Fehler. Außerdem ist nicht alles gleich gut für jeden. Jeder Mensch ist unterschiedlich, sei es in körperlichen Attributen, geistigen Fähigkeiten oder in der Mentalität, ergo sind manche Dinge besser für manche Leute als andere. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich, dass es zwar „ein Kämpfen“ gibt, aber keinen Stil den man eindeutig zum Besten ernennen kann. Man stelle sich vor, es gäbe ein Rennen. Die Strecke ist vorgegeben. Ansonsten gibt es keine Beschränkungen. Die Teilnehmer müssen nun ein Fortbewegungsmittel entwickeln, bauen und erfolgreich zum Sieg führen. Ein Blick auf die an der Startlinie aufgereihten Kontrahenten verrät uns nicht eindeutig wer gewinnen wird. Selbst der, mit der vielversprechendsten Konstruktion, muss auch in der Lage sein, diese erfolgreich zu benutzen um aufs Siegertreppchen zu kommen. Genau aus diesem Grund kann man die Wirksamkeit eines Stiles nicht so einfach an gewonnenen Wettkämpfen ablesen. Man kann auch schlecht reine Stile miteinander vergleichen, sondern nur die Kampffähigkeit einzelner Menschen. Wie wir trotzdem den besten Stil (für uns) finden können Auch wenn es keinen endgültigen Stil geben kann, so gibt es doch bessere und schlechtere. Wie können wir Spreu vom Weizen trennen lernen? "Eigne Dir an, was nützlich ist. Stoße das Entbehrliche ab. Füge hinzu, was ausdrücklich Dein eigen ist." Das heißt, sich zwar Techniken aus etablierten Systemen anzueignen, dann aber jedweden stylspezifischen, überflüssigen Ballast wegzulassen und wenn möglich seine eigene Kreativität mit einfließen zu lassen. Man muss dabei beachten, dass man nicht einfach abschaut, kopiert, sondern sich diese Techniken im wahrsten Sinne des Wortes aneignet, bevor man weglässt. Tut man das nicht, wird man unweigerlich Dinge nicht richtig anwenden, ja vielleicht gar wirksame Techniken und Methoden nicht als solche erkennen. Aber welche Techniken sind für SV nun interessant? Folgende Merkmale sollte ein Selbstverteidigungs-Stil aufweisen können: Ökonomie der Bewegung Techniken werden ohne Schnörkel ausgeführt, d.h. die Bewegungen sind so kurz und direkt wie möglich. Einfachheit In einer realen SV-Situation ist man immensem Stress ausgesetzt. Man hat oft nur Bruchteile von Sekunden um zu reagieren und somit kann man es sich nicht leisten etwas zu tun, das mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit schief gehen kann. Je einfacher die angewandte Technik, desto eher wird sie auch funktionieren. Gleichzeitig wird sich diese einfache Technik auch schneller erlernen lassen als komplizierte. Zu akrobatische Akte scheitern leicht an enger Kleidung, fehlender Aufwärmgelegenheit und Zeit. Wirksamkeit Die schönste Technik nützt nichts, wenn sie nicht funktioniert. Gerade für körperlich schwache Menschen bedeutet das vieler Möglichkeiten beraubt zu sein, sobald der Gegner größer und stärker ist. Speziell viele Würfe, Hebel- und Haltetechniken scheiden so oftmals aus und auch der Bodenkampf nimmt einem Leichtgewicht seine größte Stärke: die Mobilität. Aggressivität Man kann nicht gewinnen indem man wartet geschlagen zu werden! Lässt man dem Angreifer die Initiative, wird er uns seinen Kampfstil aufzwingen und früher oder später damit Erfolg haben. Man kann es sich vielleicht auch gar nicht leisten, einen Treffer einzustecken. Scheidet Flucht aus ist der Angriff das beste Mittel. Dabei spielen auch psychologische Aspekte (z.B. Überraschungseffekt) eine nicht zu unterschätzende Rolle. Also entweder Flucht oder Angriff. Die Natur hat die Effektivität dieser beiden Überlebensstrategien millionenfach bewiesen. Eigensicherung Der schönste Angriff nutzt uns nichts, wenn sie dem Gegner die Lücken öffnet, die er braucht. So muss der Stil bedacht darauf sein, nichts zu sehr zu exponieren und möglichst keine Ansatzpunkte zu liefern. Realität Damit ist realitätsnahes Training gemeint. Der Gegner/Partner hält nicht still und nimmt alles hin, sondern leistet Widerstand bzw. verhält sich so, wie es auf der Straße zu erwarten wäre. Hartes Sparring mit nur minimaler Schutzausrüstung hilft auch die Kampffähigkeit zu verbessern und mit Angst und Stress umgehen lernen. "Train like you fight!" lautet der Grundsatz. Universalität Was man macht, sollte jederzeit, unter jeder Vorraussetzung und gegen jegliche Formen des Angriffs angemessen funktionieren können. Es ist auch von Vorteil, wenn man auf immer die gleiche Art und Weise auf Angriffe reagieren kann. Das spart einem Reaktionszeit. Waffentraining
Damit ist Training mit Waffen gegen Waffen sowie auch unbewaffnet gegen einen
Bewaffneten gemeint. Waffen verändern die Erfolgsaussichten radikal.
Alltagsgegenstände können als Waffen genutzt werden. Mit Waffen zu trainieren
gibt einem die Fähigkeit das für sich auszunutzen, aber genauso steigert es auch
die Wahrscheinlichkeit einen bewaffneten Angriff erfolgreich abzuwenden. Situationstraining Eine SV-Situation kommt in der Regel nicht aus heiterem Himmel, sondern hat ein zumindest kurze Geschichte wie z.B. man steht an der Bar und wird absichtlich angerempelt. Wie nun reagieren um zum einen die Situation nicht gleich eskalieren zu lassen, zum anderen aber auch sicher sein vor einer Attacke des Remplers? Welche Körpersprache kann uns helfen? Welche "Verhandlungsstrategie" kann den Kampf vermeiden? Wie sich gegen einen fiesen Schläger verhalten, der uns erst mit Worten einlullt um von seiner Angriffsabsicht abzulenken? Die meisten Stile lassen solche Fragen ganz außen vor und konzentrieren sich rein auf die Techniken. Mit dem richtigen Verhalten aber hätte man den Kampf vielleicht vermeiden, zumindest aber optimaler beginnen können. Ein Stil, der die o.g. Qualitäten zumindest größtenteils erfüllt, kann nicht so verkehrt sein. Sollte einem "sein" Stil nicht alles bieten können, empfiehlt sich sog. "cross Training", also das Betreiben mehrer Stile bzw. Training mit Betreibern anderer Stile um eben diese Lücken zu füllen. |
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