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Die Kata
Kata (dt.: Form, Stil, Haltung oder seltener für Vorschrift, Muster, Abdruck, Schablone) ist ein Begriff aus den japanischen Kampfkünsten und bezeichnet die stilisierte Form eines Kampfes gegen einen oder mehrere reale oder imaginäre Gegner, bei der Verteidigung, Angriffe und Gegenangriffe in festgelegter Abfolge und Ausführungsart geübt werden. Das Training der Kata zwingt die Übenden, die immer gleiche Situation ohne (oder mit nur geringen) Abweichung zu wiederholen. So werden bestimmte Grundprinzipien der Kampfkunst über einen langfristigen Prozess verinnerlicht. Kata dienen daher dem Zweck, die Essenz eines Stils zu konservieren und von einer Generation zur nächsten weiterzugeben, auch wenn andere Übungsformen von den Generationen verändert und an neue Anforderungen angepasst werden. Trotz dieses Gedankens ist zu beobachten, dass auch Kata mitunter geändert werden. Die Anwendungsform einer partnerlos ausgeführten Kata mit einem Partner wird Bunkai genannt. Kata´s sind eine Übungsform im Judo, Karate, Aikido, Taekwondo und anderen Budo- Künsten. In einigen Kampfsportarten werden auch Wettkämpfe durchgeführt, bei denen die Darbietungen jeweils von Kampfrichtern bewertet werden. Die Kata´s werden im Judo - im Gegensatz zu vielen anderen Kampfkünsten - immer zusammen mit einem Partner durchgeführt. Kata´s sind ein Bestandteil der Meisterprüfungen. Katas zählen zu den höchsten Formen der Konzentration und Beherrschung von Geist, Körper und Partner.
Nage-no-kata ( Form der Werfens ) Diese Kata ist in Deutschland zur Prüfung für den 1. DAN vorgeschrieben. Diese traditionelle Kata ist in Deutschland zur Prüfung für den 1. DAN vorgeschrieben; seit dem 01. August 2005 müssen bestimmte Teile der Nage-no-kata auch bei Gürtelprüfungen für höhere Kyu- Grade demonstriert werden:
Sie wurde als erste Kata von Jigoro Kano im Jahre 1887 im Kodokan entwickelte und gehört zur Gruppe Randori- Kata. Die Nage-no-kata besteht aus 5 Wurfgruppen mit jeweils 3 Würfen, die genau in dieser Reihenfolge, jeweils zuerst rechts und danach links, ausgeführt werden. Einzige Ausnahme stellt Uki- Goshi da, der zuerst links und dann rechts geworfen wird.
Katame-no-kata ( Form der Kontrolle / Bodentechniken ) Diese Kata ist in Deutschland zur Prüfung für den 2. DAN vorgeschrieben. Sie besteht aus 3 Gruppen mit jeweils 5 Techniken, die genau in dieser Reihenfolge ausgeführt werden
Gonosen-no-kata ( Form der Konterwürfe ) Diese Kata ist in Deutschland zur Prüfung für den 3. DAN vorgeschrieben. Sie besteht aus den Angriffen von Uke und den Konterwürfen von Tori
Goshin-jitsu-no-kata ( Form der neuen Selbstverteidigungstechniken ) Diese Kata oder die Jū-no-kata ist in Deutschland zur Prüfung für den 4. DAN vorgeschrieben. Sie wurde 1956 von einer Arbeitsgruppe des Kodokan entwickelt und enthält Verteidigungs (goshin) - Techniken (jitsu) gegen Angriffe mit und ohne Waffen. Sie besteht aus Angriffen von Uke ohne Waffen (Angriffe mit Händen und Füßen) und mit Waffen (Messer, Stock und Pistole) und den entsprechenden Abwehrtechniken von Tori.
Jū-no-kata ( Form des Nachgebens od. der Geschmeidigkeit ) Diese Kata oder die Goshin-jitsu-no-kata ist in Deutschland zur Prüfung für den 4. DAN vorgeschrieben. Im Jahre 1887, nach der Nage-no-kata und der Katame-no-kata, als dritte Kata von Jigoro Kano im Kodokan entwickelt, um die unterschiedlichen Prinzipien von Angriff und Verteidigung, des Gleichgewichtbrechens und des Siegens durch Nachgeben in stark abstrahierter Weise zu verdeutlichen. Sie beinhaltet 15 Bewegungsabläufe in 3 Gruppen
Itsutsu-no-kata ( Form der 5 Symbole od. Naturgesetze ) Diese und eine weitere Kata ( Kosiki-no-kata oder Kime-no-kata ) sind in Deutschland zur Prüfung für den 5. DAN vorgeschrieben. Sie besteht aus
Koshiki-no-kata ( Form der antiken Techniken ) Diese Kata stammt direkt aus der Kito-Ryu (Schule des Steigens und Fallens), die Jigoro Kano in seiner Jugend besucht hatte. Kano fand diese Kata erhaltenswert und übernahm sie in sein neues Judo. Sie erinnert als Bindeglied an die antiken Techniken des Jiu-Jitsu und verdeutlicht bei ihrer Ausführung, wie man die Kraft des gegnerischen Angriffs zum eigenen Vorteil nutzt. Die Techniken der Kata wirken für heutige Verhältnisse teilweise ungewöhnlich, da sie für Samurai gedacht waren, die sie in vollständiger Rüstung ausführten. Die Würfe der Koshiki-no-Kata werden mit der geöffneten rechten Hand ausgeführt, so wie es noch heute bei Uki-goshi und O-goshi der Fall ist. Gegriffen wird nur da, wo es auch eine Rüstung erlauben würde, zum Beispiel an den Armen. Die Koshiki-no-Kata besteht aus zwei Gruppen mit insgesamt 21 Techniken. Erste Gruppe sind Omoto, 14 Techniken die ziemlich langsam und scheinbar unbeholfen ausgeführt werden, so als ob die Ausführenden eine Kampfausrüstung tragen würden. Zweite Gruppe sind Ura bestehend aus 7 Techniken. Hier erfolgt die Ausführung schnell und gewandt. 1.Gruppe: Omote (Vorderseite)
2.Gruppe: Ura (Rückseite)
Kime-no-kata ( Form der Selbstverteidigung ) "Kata der Entscheidung", Tori erwartet den Angriff von Uke gelassen und scheinbar entspannt. Ukes Angriff soll heftig erfolgen, Atemi (Schlag-) Techniken werden von Kiai (Kampfschrei) begleitet. Tori beantwortet Ukes Angriff entschlossen und mit vollem Einsatz.Auch seine Atemi-Techniken werden von Kiai unterstützt. Einige Augenblicke lang soll Tori demonstrieren, dass er vollkommen Herr der Lage ist indem er in der Abschlußtechnik entspannt verweilt. Uke zeigt dann seine Aufgabe durch zwei- oder mehrmaliges Abklopfen. 1. Gruppe: Idori (kniend)
Ryote Dori = Griff beider Hände 2. Gruppe: Tachiai (stehend)
Ryote Dori = Griff beider Hände
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