|
Selbstverteidigung Bambini -- Selbstverteidigung Kinder -- Judo- Anfängerkurse Historie zu 40 Jahre Judo Wiesloch
|
|
|
Prüfungsinhalte des Deutschen Judo Bundes für Kyu- Grade
A. Leitideen zum Prüfungsprogramm Die erste Gürtelprüfung kann frühestens mit Vollendung des 7. Lebensjahres abgelegt werden. Damit wird den veränderten motorischen Voraussetzungen unserer Kinder (vgl. WIAD-DSB Studie 2003, mit über 20 % schlechteren Leistungsvoraussetzungen) Rechnung getragen. Gleichzeitig hat sich der DJB verpflichtet, für den Altersbereich der 5-7jährigen ein eigenständiges auf das Judo vorbereitende Lehrkonzept zu entwickeln, damit die jüngeren Kinder an den Verein gebunden werden können. Innerhalb der Kyu-PO gibt es eine Zweiteilung in Grundausbildung und Grundlagentraining mit inhaltlichen Schwerpunktsetzungen. Damit wird gleichzeitig eine Übereinstimmung mit den Rahmentrainingsplänen des DJB erzielt. Parallel zur judospezifischen Ausbildung sollen die allgemeinen motorischen Fertigkeiten und koordinativen Fähigkeiten umfangreich ausgebildet werden.
1. Die Judo-Grundausbildung (8. – 5. Kyu) . „Judo kennen lernen und Grundlagen schaffen“ Ziele: 1. Der Judoka soll einen motivierenden Einstieg ins Judo erfahren. 2. Der Judoka soll Verantwortung übernehmen und Vertrauen erfahren im Umgang mit einem Partner und innerhalb einer Übungsgruppe. 3. Der Judoka soll die Judo-Etikette kennen lernen. 4. Der Judoka soll die koordinativen und motorischen Grundlagen erwerben und verbessern 5. Der Judoka soll sicher und angstfrei fallen lernen. 6. Der Judoka soll kontrolliert werfen können. 7. Der Judoka soll grundlegende Judotechniken im Stand und Boden erfahren, erlernen und anwenden (mit dem Körper begreifen). 8. Der Judoka soll Freude an der fairen kämpferischen Auseinandersetzung entwickeln (insbesondere am Boden).
In diesem ersten Ausbildungsabschnitt sollen grundlegende Judofertigkeiten zu beiden Seiten in Grobform vermittelt werden. Die erlernten Wurftechniken sollen in den ersten beiden Kyustufen in anfängergerechten Situationen und geradlinigen Bewegungen (vor- und rückwärts) als Reaktion auf Ukes Angriff (=Situation nutzen) gezeigt werden. Später wird Tori selbst aktiv, schafft sich günstige Situationen und nutzt Ukes Angriffe aus. Es besteht in diesem Ausbildungsabschnitt eine deutliche Schwerpunktsetzung zugunsten der Anwendungsaufgaben gegenüber den Randoriaufgaben. Letztere werden in der Grundausbildung erst allmählich und behutsam eingeführt. Von Beginn an wird eine Verzahnung der Standarbeit und der Bodenarbeit angestrebt. Dies wird in den Anwendungsaufgaben Boden deutlich. Auch bei den Bodentechniken wird von Beginn an großer Wert auf Beidseitigkeit gelegt. Es werden schwerpunktmäßig Haltegriffe und dazugehörige Befreiungen unterrichtet. Die Anwendung erfolgt in den anfängergerechten Standardsituationen Kniestand, Rückenlage Bankposition oder Bauchlage. Ab dem 5. Kyu kommen die ersten Armhebel (je ein Vertreter der Streck- und Beugehebel) hinzu. Im Gegensatz zum Standrandori kann Bodenrandori von Beginn an mit größerem Widerstand durchgeführt werden. Dies jedoch so dosiert, dass im Miteinanderkämpfen für beide Chancen offen bleiben. Der Umfang des Bodenrandori ist gegenüber dem Standrandori deutlich höher. 2. Das Judo-Grundlagentraining (4. – 1. Kyu) „Vertiefen, Erweitern und Variieren“ Ziele: 1. Der Judoka soll eine überdauernde Motivation zum Judo durch neue Leistungsanreize und Herausforderungen entwickeln (Wettkampf, Kata) 2. Der Judoka soll sich vertiefend mit grundlegenden Judotechniken beschäftigen. 3. Der Judoka soll sein Technikrepertoire im Stand und Boden erweitern. 4. Der Judoka soll weitere Technikprinzipien im Stand und am Boden kennen lernen. 5. Der Judoka soll lernen, komplexe Situationen im Stand und Boden mit geeigneten Techniken zu lösen. ( z.B. Kombinationen, Finte, Konter, komplexe Übergangs-/Bodensituationen) 6. Der Judoka soll die Judo-Werte kennen. (Eine Kontrolle kann erfolgen, indem Randori auch gegen niedriger Graduierte ausgeführt wird) 7. Der Judoka soll vertiefende sportartspezifische Kenntnisse erwerben.
Die Techniken der Grundausbildung sollen weiter verbessert werden. Dies wird stichpunktartig im Prüfungsfach Vorkenntnisse geprüft. Auf dieser soliden Basis aufbauend wird das Repertoire der Wurftechniken erweitert, vor allem im Hinblick auf Wettkampfrelevanz, aber auch als Vorbereitung für das Erlernen der Nage-no-kata. In diesem Ausbildungsabschnitt werden vor allem die koordinativ schwierigeren Eindrehtechniken auf einem Bein, die vom Fallen her gesehen problematischen Sutemitechniken, die im Wettkampf erfolgreichen Beingreifer und auch kraftvolle Kontertechniken gelehrt. Die Komplexität in der Anwendung wird durch Kombinationen und Kontertechniken deutlich gesteigert. Der Individualisierung und beginnenden Spezialisierung wird durch die freie Auswahl von sinnvollen Situationen durch den Prüfling Rechnung getragen. In diesem Ausbildungsabschnitt nimmt das Randori unter Einbeziehung von Ukes dosiertem Verteidigungsverhalten zunehmend größeren Raum ein. Bei den Bodentechniken erfolgt eine umfangreiche Ausweitung der Hebeltechniken. Hinzu kommen noch Würgegriffe. Alle Techniken sollen intensiv in den Anwendungsaufgaben aus den Standardsituationen und vor allem im spielerischen und nicht verbissenen Bodenrandori gefestigt werden. Aufbauend auf der Basis der Grundausbildung werden trainingsbegleitend vertiefende sportartspezifische Kenntnisse (Technik/ Taktik, Technikprinzipien, Wettkampfregeln etc.) vermittelt. Ab dem 3. Kyu werden im Prüfungsfach Kata stufenweise Teile der Nage-no-kata erlernt. Der Begriff „Grundlagentraining“ beinhaltet, dass zum Erreichen der aufgeführten motorischen Ziele eine systematische, regelmäßige und nachhaltige technisch/ taktische Ausbildung notwendig ist. Das Grundlagentraining soll auf keinen Fall einseitig wettkampfsportlich ausgerichtet sein. Dabei soll mehr Wert auf das Technikstudium als auf die Vervollkommnung des Zeremoniells gelegt werden. Durch den behutsamen Einstieg in das Fach Kata soll ein motivierender Zugang zu dieser neuen Form des Technikstudiums geschaffen werden. Der Kerngedanke unserer Judoausbildung ist das moderne Technikverständnis: Judotechniken sind kein Selbstzweck! Sie sind bewährte Lösungen einer Kampfsituation, mit dem Ziel, den Gegner gegen dessen Widerstand mit Ippon zu besiegen. Alle Techniken basieren auf der Wechselwirkung von Aktion und Reaktion. Im ersten Ausbildungsabschnitt nutzt Tori eine Aktion oder einen Fehler von Uke zu einem eigenen Angriff aus. Später verleitet er Uke bewusst (z.B. durch einen Scheinangriff) zu einer Reaktion, die er dann letztlich zu seinem Vorteil mit Ippon nutzen kann. Alle Techniken werde in so genannten „Wenn… Dann…-Beziehungen“ unterrichtet. Daher kommt der Rolle von Uke eine besondere Bedeutung zu, was sich auch in seinem Verhalten während der Prüfung widerspiegeln muss. Bei der Demonstration der Technikgrundform lässt Uke bei normaler Körperspannung alle Aktionen von Tori zu, ohne jedoch zu helfen, indem er z.B. beim Wurf mit springt. Bei den Anwendungsaufgaben stellt Uke die geforderte Situation mit einer angemessenen Dosierung (Angriffsaktion, Geschwindigkeit, Widerstand…) her. Jeder Judoka muss sowohl die Rolle von Uke als auch die von Tori erlernen und zunehmend sicherer beherrschen. Der ständige Perspektivenwechsel zwischen Tori und Uke bewirkt ein besseres Technikverständnis und entspricht dem von Kano formulierten Prinzip des gegenseitigen Helfens. Im Randori werden Situationen nicht mehr abgesprochen und die Rollen von Tori und Uke wechseln ständig und ohne Absprache, beide Übenden greifen an und verteidigen dosiert. Sie machen ein Randori mit- und nicht gegen einander. Dies versteht man im DJB unter „kultiviertem Kämpfen“ Die unterschiedlichen Prüfungsformen Demonstrieren, Anwenden, Randori und Kata verdeutlichen die Vielseitigkeit des Technikstudiums (in den ersten vier Stufen auch als Hinführung zur Kata). Zunächst muss die Technik-Grundform mit einem kooperationswilligen Partner beherrscht werden. Auf dieser Basis werden dann in den systematisch aufgebauten Situationen deutliche Bezüge zum Zweikämpfen hergestellt. Die in den Prüfungen zu demonstrierenden Aufgaben sind systematisch aufgebaut. Vor allem wird zu Beginn dem „typischen Kampfstil“ der Anfänger Rechnung getragen. Im Standkampf sind es zuerst geradlinige Bewegungen - starker Druck und Schub nach vorne oder starker Zug nach hinten, im Bodenkampf die Ausgangssituationen Kniestand, Bauch- und Rückenlage. Mit zunehmender Kampferfahrung werden diese fest vorgegebenen Aufgaben mit der eindeutigen Rollenverteilung zugunsten freier Lösungssituationen aufgegeben. Es kommen die typischen Kampfelemente wie Kumi-kata, Verteidigungsverhalten, Kombinieren, Fintieren und Kontern hinzu. Damit einhergehend wird allmählich der Widerstand gegen Wurfversuche erhöht, ohne verbissen zu werden. Wir weisen nochmals darauf hin: In der Prüfung bedeutet Randori auf jeden Fall immer miteinander kämpfen!
B. Das Prüfungsprogramm Allgemeine Erläuterungen zu den Prüfungsfächern Die hier vorliegende Prüfungsordnung für Kyu-Grade im DJB besteht aus bis zu 8 Prüfungsfächern. Nicht alle 8 Prüfungsfächer werden bei jeder Kyu-Prüfung überprüft. Bei den Prüfungen vom 8.Kyu bis zum 5. Kyu entfallen die Prüfungsfächer Vorkenntnisse und Kata. Mit dem 4. Kyu kommt das Prüfungsfach Vorkenntnisse hinzu. Der 4. Kyu markiert den Beginn eines fortgeschrittenen Judoka (orange-grüner Gürtel). Zum 3. Kyu wird Kata neu eingeführt, wobei die Gruppe Koshi-waza (Hüftwürfe) ausschließlich bekannte Würfe enthält. So können sich die Prüflinge auf die speziellen Abläufe konzentrieren, mit der die Nage-no- Kata demonstriert wird. Auf dieser Stufe werden alle 8 Prüfungsfächer überprüft. Zum 2. und 1. Kyu entfällt das Prüfungsfach „Falltechnik“. Ab dieser Stufe sollten alle Falltechniken des Judo sicher und souverän gekonnt sein. Das Zeremoniell steht nicht im Vordergrund, wohl aber die gestaltete Bewegung. 1. Vorkenntnisse Vorkenntnisse werden stichprobenartig ab dem 4. Kyu (orange-grüner Gürtel) überprüft. Dabei soll deutlich werden, dass der Prüfling auch die Prüfungsinhalte der vorangegangenen Kyu-Grade beherrscht. Außerdem sollten die im Prüfungsprogramm genannten japanischen Begriffe mit ihren deutschen Bedeutungen bekannt sein. Stichprobenartig meint, dass einige wenige Inhalte relativ kurz überprüft werden. Daher sollte der Prüfer das Fach Vorkenntnisse nicht als erstes Prüfungsfach nehmen, sondern immer dann Vorkenntnisse überprüfen, wenn es ihm auf Grund der konkreten Prüfungssituation hilfreich bzw. für den Prüfling nützlich erscheint. Hier ist Einfühlungsvermögen und große pädagogische Verantwortung seitens der Prüfer gefordert. Bei entsprechend guter Prüfungsleistung kann auf die Überprüfung der Vorkenntnisse verzichtet werden! 2. FalltechnikDie Ukemi-waza (Falltechniken) sind für das Judo typische Fertigkeiten und elementar wichtig für das Erlernen der Würfe und den persönlichen Schutz vor Verletzungen. Deshalb fließt das Fallverhalten Ukes in die Bewertung der Falltechnik mit ein. Falltechniken sollten immer in dem Maße vermittelt werden, wie es zum Erlernen der geplanten Wurftechniken notwendig ist. Für das Erlernen des O-goshi oder Uki-goshi in der Ausbildungsstufe des 8. Kyu ist die Falltechnik vorwärts nicht zwingend notwendig. Wichtiger sind zu diesem Zeitpunkt das Erlernen der korrekten seitlichen Landeposition und der richtige Einsatz des abschlagenden Armes. 3. Grundform der WurftechnikDie Grundform der Wurftechnik wird zunächst mit einem zweckmäßigen Standardgriff (z.B. einem Ärmel-Kragengriff, mit dem beide Körperseiten von Uke kontrolliert werden) zumeist aus dem Stand geworfen. Dabei sollen Kumi-kata und die einzelnen Phasen der Wurftechnik (Kuzushi, Tsukuri, Kake) deutlich gemacht werden. Es muss sichtbar sein, dass der Prüfling die Hauptfunktionen der Technik verstanden hat. Dabei kann der Prüfling die Technik auch überdeutlich und langsamer als üblich demonstrieren. Uke muss sich so verhalten, dass die Technik leicht ausgeführt werden kann. 4. Grundform der BodentechnikIn diesem Prüfungsfach soll der Prüfling nur die „Endposition“ ohne Widerstand von Uke demonstrieren. Bei Haltegriffen soll korrekte Kontrolle deutlich werden, bei Armhebeln ein kontrolliertes Überstrecken oder Verriegeln des Armes erkannt werden und bei Würgegriffen die Wirkung der Technik sichtbar sein. Dabei soll der Prüfling eine Position oder Situation wählen, in der er die geforderte Grundform deutlich demonstrieren kann. 5. Anwendungsaufgabe StandIm Unterschied zur Grundform soll die Anwendung der Standtechnik zumeist aus der Bewegung erfolgen. Judo soll zunehmend deutlicher als ein Spiel von Aktion und Reaktion verstanden werden, bei dem die Übenden wechselseitig mit den Aktionen und Reaktionen des Partners „spielen“. Auf die wichtige Rolle von Uke zum Gelingen dieser Aufgabe wurde bereits vorher hingewiesen. Diese Anwendungsaufgaben enthalten fast immer eine Wenn/ Dann-Beziehung. Damit ist gemeint, dass die zu demonstrierende Technik in einer vorgegebenen Situation demonstriert werden soll. Da in der ersten Stufen des 8. Kyu die Wurftechniken immer Reaktionen auf Aktionen von Uke sind, ist es sehr wichtig, das richtige Verhalten von Uke, also die Ausgangssituation, mit zu üben. Auf der Stufe des 8. und 7. Kyu nutzt Tori die vorgegebene Situation für seinen Wurf, er reagiert auf Uke. Der ständige Wechsel in der Rolle (als Tori und Uke) schult das Verständnis für die richtige Situation und das angemessene Verhalten. Ab dem 6. Kyu schafft sich Tori selber günstige Situationen für die Anwendung der Wurftechniken, er agiert, die Anwendungsaufgabe wird durch das Wechselspiel von Aktion und Reaktion bestimmt. Wie man zunehmend komplexer werdende Situationen herstellen und/ oder für sich nutzen kann, soll in diesem Prüfungsfach deutlich gemacht werden. 6. Anwendungsaufgabe BodenÄhnlich wie bei der Anwendungsaufgabe Stand soll der Prüfling demonstrieren, wie man eine Bodentechnik (Katame-waza) herausarbeitet. In Japan sagt man dazu Hairi-kata (die Form, wie man hinein kommt). Aus dem Übergang vom Stand zum Boden, aus der Bank oder der Bauchlage oder aus der Situation Rückenlage (so genannte Standardsituationen) sollen Bodentechniken und die Verteidigungsmaßnahmen gegen diese demonstriert werden. Zu Beginn wird die Situation vorgegeben, aus der man vorgegebene Grifftechniken bzw. Verteidigungshandlungen gegen diese Grifftechniken als Abschluss demonstrieren soll. Später können vorgegebene Situationen mit Grifftechniken auch nach eigener Wahl abgeschlossen werden. Zum 2. und 1. Kyu sollen für vorgegebene Grifftechniken dann passende Standardsituationen sinnvoll gewählt werden. In diesem Prüfungsfach soll der Prüfling nachweisen, dass er ein Verständnis für die situativ richtige Anwendung von Grifftechniken entwickelt hat. Uke soll bei allen Anwendungsaufgaben seinen Widerstand bzw. seine Handlungen so dosieren, dass Tori die Aufgabe mit eigener Anstrengung gut lösen kann (d.h. nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Widerstand). 7. RandoriRandori bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „wild durcheinander greifen“ (ran = wild durcheinander, chaotisch, tori = greifen, in den Griff nehmen). Allgemein kann man es mit „freiem Üben“ oder „Sparring“ passend übersetzen. „Randori ist kein Kampf auf Biegen und Brechen“, schreibt Deutschlands erster Medaillengewinner bei Olympischen Spielen in der Sportart Judo, Wolfgang Hofmann und fährt fort: „Wer sich darüber, dass er vorbildlich geworfen wurde und selber in der Lage war, eine gute Falltechnik auszuführen, genauso freuen kann, wie über einen eigenen Wurf, der hat den Sinn des Randori verstanden“. Beim Randori – vor allem in den ersten vier Prüfungen – ist das Üben nicht vollständig frei. Jedoch soll im Gegensatz zur Anwendungsaufgabe der Zeitpunkt der Durchführung der Techniken frei wählbar sein, die spezifische Art der Technik kann individuelle Ausprägungen haben und es soll mit verschiedenen, vorher nicht festgelegten Partnern geübt werden. Außerdem gibt es keine feste Rollenverteilung für Tori/ Uke und keine Festlegung auf bestimmte technisch/ taktische Handlungen. Randori sollte eine nicht abgesprochene freie, lockere Demonstration der gestellten Aufgabe sein. Mit zunehmender Gürtelstufe sollten sich auch im Randori deutliche Qualitätsverbesserungen zeigen. Diese können in einer größeren Sicherheit und Schnelligkeit der Technikausführung, einem präziseren Erfassen günstiger Situationen und einer vielfältigeren Technikauswahl auf Seiten von Tori und in einem zunehmend realistischeren, an Wettkampfsituationen angepassten Verhalten von Uke bestehen. Im Gegensatz zum Standrandori kann beim Bodenrandori schon deutlich früher mit realistischen Widerständen gearbeitet werden. 8. KataKata (Form, formelle Übungen, Üben von vorgegebenen Bewegungsfolgen) ist erstmals in das Prüfungsprogramm für Kyu-Grade aufgenommen worden. Kata wird erst ab dem 3. Kyu (grüner Gürtel) überprüft. Kata ist so etwas wie die Grammatik des Judo. „Der Partner weiß genau, was mit ihm geschieht, wie er sich zu bewegen hat, damit die zu studierende Technik überhaupt angewandt werden kann. … Die Kata-Methode garantiert, dass trotz der Vielfalt der möglichen Variationen und der persönlichen Eigenheiten der Lehrer ein gewisser Standard in den Techniken überall erhalten bleibt und verbreitet wird.“ Es werden drei Gruppen der Nage-no-kata (Form des Werfens) ab dem 3. Kyu geprüft, jedoch nicht in der Reihenfolge, wie sie in der Nage-no-kata vorkommen. In jeder Gruppe müssen drei Würfe jeweils rechts und links hintereinander in einer vorgegebenen Schrittfolge demonstriert werden. Zum 3. Kyu werden die Koshi-waza (Hüfttechniken) verlangt, die 3. Gruppe der Nage-no-kata. Zum 2. Kyu muss die 2. Gruppe Ashi-waza (Fuß-/ Beintechniken) demonstriert werden. Zum 1. Kyu wird die 1. Gruppe Te-waza (Handtechniken) verlangt. Die Reihenfolge der Gruppen ist gegenüber der Nage-no-kata deshalb verändert, weil zum jeweiligen Zeitpunkt, an dem die Gruppen in dieser Prüfungsordnung verlangt werden, die zu demonstrierenden Techniken schon vorher eingeführt wurden. Die Anforderungen an die Qualität der Form bei der Ausführung sollen sich vom 3. zum 1. Kyu steigern. Dabei geht es in erster Linie um die Verbesserung der Techniken und nicht um eine Überbetonung des Zeremoniells. Es sollen die grundlegenden Bewegungsanforderungen einer Kata von Anfang an deutlich werden (z.B. Körperspannung, Vermeiden überflüssiger Bewegungen) sowie die Zusammenhänge von Angriff und angewandter Technik oder die festgelegten Schrittmuster und Schrittfolgen)
C. Die Prüfungsinhalte für Kyu- Grade
8. Kyu: weiß-gelber Gürtel
Ausbildungsschwerpunkte:• Dem Judoanfänger soll ein motivierender Einstieg ermöglicht werden • Der Zusammenhang von Vertrauen und Verantwortung muss deutlich werden • Fallen nach hinten und seitwärts Landen zu beiden Seiten nach einem Wurf nach vorne • Kontrolliertes Werfen nach vorne und nach hinten zu beiden Seiten; nicht auf den Partner fallen; am Arm sichern und sicherer Stand auf beiden Beinen • Die Würfe auf Ukes Aktion hin ausführen („Situationen nutzen“) • Von Beginn an sollen die wichtigsten Techniken beidseitig geübt werden
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern1. FalltechnikWerfen und Fallen sowie Halten und Befreien sollen zusammen unterrichtet und entwickelt werden; der Übungsleiter sollte zu jedem Wurf die geeignete Falltechnik vermitteln. 2. Grundform der WurftechnikDie beiden Partner müssen sich so verhalten (können), dass der andere Werfen/Fallen lernen kann; es ist also notwendig, das richtige Verhalten von Uke genauso auszubilden wie das von Tori; der verlangte Wurf kann auch „überdeutlich“ im Stand ausgeführt werden. Unter O-soto-otoshi verstehen wir das Aufsetzen eines Beines von außen hinter einem Bein des Partners bei gleichzeitigem engen Kontakt der Schultern und der Körperseite; diese Technik ermöglicht es Kindern auf beiden Beinen stehend zu werfen und ihr eigenes Gleichgewicht zu bewahren, um so den Fall des Partners zu kontrollieren, was vor allem jüngeren Kindern bei einem O-soto-gari nicht gut gelingt 3. Grundform der BodentechnikDie Partner müssen die Technik korrekt demonstrieren und deutlich machen, dass sie mit der geforderten Technik Uke am Boden kontrollieren können Wir nehmen Kuzure-kesa-gatame als Einstiegstechnik, weil bei diesem Griff unter Arm und Schulter statt um den Nacken gefasst wird; viele Judo-Anfänger erleben das Einklemmen des Kopfes („Schwitzkasten“) als schmerzhaft und bedrohend für ihren Nacken 4. Anwendungsaufgabe StandIn dieser Ausbildungsstufe sollen Würfe nach vorne und nach hinten aus der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung von Uke ausgeführt werden Der Zug/ Druck von Uke soll so stark erfolgen, dass Tori die Aktion gut übernehmen kann 5. Anwendungsaufgabe am BodenWerfen und Fallen soll mit Halten und Befreien verbunden werden, damit der Anfänger einen Überblick über die technischen Möglichkeiten des Judo erhält. Es wird erwartet, dass die Partner angemessen kooperieren. 6. RandoriDie einzelnen Bodenrandori sollten nicht länger als eine Minute dauern, die Gesamt-Prüfungszeit nicht viel mehr als 5 Minuten. Dazu sind im Training allerdings höhere Umfänge notwendig, d.h. mehrere Randori mit längeren Übungszeiten. Die beim Randori übenden Judoka sollen - sich nicht als Sieger und Besiegte fühlen, sondern wissen, dass beide durch das Studium der Judotechniken aus der Bewegung gewinnen - nicht mit maximalem Kraftaufwand und völlig verbissen kämpfen, sondern sich mit viel Bewegung „spielerisch balgen“
Lexikon/neue japanische Begriffe
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken.
7. Kyu: gelber Gürtel
Ausbildungsschwerpunkte• Auf den grundlegenden Erfahrungen des 8. Kyu soll weiter aufgebaut werden • Fallen rückwärts aus dem Stand und nach einem Wurf seitwärts Landen soll intensiviert und durch die Judorolle ergänzt werden. • Kontrolliertes Werfen nach vorne und nach hinten soll ergänzt und beidseitig intensiviert werden; die Wurfideen „ausheben“, „sicheln“ und „rotieren lassen“ sollen beispielhaft so eingeführt werden, dass die „Wurfidee“ klar wird • Die Würfe sollen weiterhin überwiegend auf Ukes Aktion hin ausgeführt werden („Situationen nutzen“)
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern1. FalltechnikDie Judorolle (Mae-mawari-ukemi) fällt nicht jedem gleichermaßen leicht. Daher kann sie mit Liegenbleiben in der korrekten Endposition oder mit Aufstehen gezeigt werden. Beides soll nur in der Grobform verlangt werden. 2. Grundform der WurftechnikAuf dieser Stufe sollte unbedingt der Wurf von O-goshi/Uki-goshi geübt werden, der zum 8. Kyu nicht geübt wurde. Beide Würfe sollten klar unterschieden werden. Unter Seoi-otoshi verstehen wir eine mit breitem Stand ausgeführte Form des Ippon-seoi-nage. Dabei soll Tori mit der Zughand über Ukes Arm am Kragen greifen. So kann die Kraft leichter übertragen und enger Körperkontakt aufgebaut werden. 3. Grundform der Bodentechnik Da die Haltegriffe prinzipiell beidseitig geübt werden, versteht es sich von selbst, dass dies auch für die Befreiungen gilt, auch wenn dies nicht unbedingt bei der Prüfung gezeigt werden muss. 4. Anwendungsaufgabe Stand Für Würfe nach vorne bietet sich eine günstige Wurfgelegenheit, wenn sich das Lot von Ukes Körperschwerpunkt vor dessen Füssen befindet. Würfe nach hinten (z.B. O-uchi-gari) können gut angewendet werden, wenn Ukes Körperschwerpunkt (Hüfte/Gesäß) im Lot hinter Ukes Füssen ist. Der Druck/Zug soll so stark erfolgen, dass Tori die Würfe technisch sauber ausführen kann. 5. Anwendungsaufgabe am Boden • Bei Befreiungen muss sich Uke so verhalten, dass Tori sich befreien kann. • Die Kunst bei allen Aufgaben am Boden besteht darin, den Widerstand so zu dosieren, dass Tori mit Anstrengung die gestellte Aufgabe lösen kann. • Wir unterscheiden: hohe Bank (auf Händen und Unterschenkeln), mittlere Bank (Unterarme, Unterschenkel, „Luft“ unter dem Bauch), niedrige Bank ( ganz eng zusammengekauert), Bauchlage (flach gestreckt auf dem Bauch) 6. Randori Es sollten ca. 4-6 kurze Randori durchgeführt werden. Dazu sind im Training allerdings höhere Umfänge notwendig, d.h. mehrere Randori mit längeren Übungszeiten Im Randori werden immer beide Partner gleichzeitig und gemeinsam bewertet. Die beim Randori übenden Judoka sollen: • Das Bodenrandori jeweils durch eine korrekte Wurftechnik einleiten • nicht mit Uke gemeinsam zu Boden gehen, sondern erst Hilfe beim Fallen geben und dann den Haltegriff ansetzen; danach beginnt ein Randori von ca. 30 Sekunden Dauer; dann Rollenwechsel • nicht nur die Rolle von Tori demonstrieren, sondern auch ein guter (d.h. kooperierender/ kämpfender) Uke sein • sich nicht schablonenhaft, genormt, gelernt oder abgesprochen bewegen, sondern deutlich die Aufgaben von Tori (der versucht ernsthaft zu halten) und Uke (der versucht sich ernsthaft zu befreien bzw. nicht gehalten zu werden) bei der Anwendung von Bodentechniken herausstellen
Lexikon/neue japanische Begriffe
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken
6. Kyu: gelb-orangener Gürtel
Erläuterungen zum Prüfungsprogramm des 6. Kyu (gelb-orangener Gürtel) Ausbildungsschwerpunkte • Das sichere, beidseitige Beherrschen der Judorolle ist ein wichtiger Schwerpunkt dieser Ausbildungsstufe. • Die Einführung von Fußtechniken erweitert das Wurfrepertoire um Techniken, die den Judo-Grundsatz „vom bestmöglichen Einsatz der vorhanden körperlichen und geistigen Kräfte“ sehr anschaulich verdeutlichen. • Auf dieser Stufe wird besonderer Wert auf die Möglichkeiten von Tori gelegt, selbst die Initiative zu ergreifen und durch eigenen Zug und Druck mit den Händen und/ oder Körperbewegungen Wurftechniken vorzubereiten („Situationen schaffen“) • Die sinnvolle und situationsgerechte Verbindung zwischen Standkampf und Bodenkampf soll beim Üben und Anwenden der Judotechniken immer wieder deutlich gemacht werden.
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern 1. Falltechnik Auf dieser Stufe muss die Judorolle zu beiden Seiten gezeigt werden, sowohl mit Liegenbleiben als auch mit Aufstehen. Dies ist vor allem für das Erlernen des Tai-otoshi eine sehr nützliche Voraussetzung. 2. Grundform der Wurftechnik • Ippon-seoi-nage soll aus dem Reversgriff und nicht einem Ärmelgriff erlernt werden, denn dadurch ist das Herstellen des Oberkörperkontakts leichter erlernbar. Tori soll bei nur leicht gebeugten Beinen und geradem Rücken aus dem Stehen werfen und Ukes Fall gut unterstützen und kontrollieren. • Bei Tai-otoshi rechts ist wichtig, dass Tori beide Beine belastet und das belastete rechte Bein von Uke blockiert. • Werfen mit der kleinen Fläche der Fußsohle wird durch Ko-uchi-gari und Ko-soto-gari eingeführt. • Ko-soto-gake kann auch mit dem Unterschenkel geworfen werden. • Mit De-ashi-barai kommt die erste Fegetechnik erst jetzt hinzu. Dieses neue Wurf-Prinzip soll behutsam eingeführt werden. 3. Grundform der Bodentechnik Mit der Einführung von Haltegriffvarianten soll das Verständnis für eine variable Arbeit am Boden gestärkt werden. Die Judoka sollen verstehen, dass man den gleichen Haltegriff mit unterschiedlichem Einsatz der Arme, Beine und des Körpergewichts ausführen kann, um so Ukes Verteidigungs-/ Befreiungsversuchen zu begegnen. 4. Anwendungsaufgabe im Stand • Auf dieser Stufe lernt Tori, einen Wurf durch eigene Aktionen vorzubereiten („Situationen schaffen“). Dabei werden Körperbewegungen („Tai-sabaki“) und der wechselnde Einsatz von Zug und Druck mit den Armen sehr wichtig. • Parallel zu der größeren Aktivität von Tori muss Uke lernen, sich korrekt und angemessen zu verteidigen. Dies soll zunächst sehr judogemäß durch Ausweichen und Übersteigen erfolgen. (Achtung: kein Sperren mit den Armen!!) • Uke muss bei dieser Anwendungsaufgabe der Technik entsprechend die unterschiedlichen Arten zeigen, wie man auf einen Zug nach vorne reagieren kann.
5. Anwendungsaufgabe am Boden • Der flüssige Übergang vom Stand in die Bodenlage wird mit Fußtechniken eingeführt. Tori soll Uke dabei während der gesamten Bewegung kontrollieren und sinnvoll zu einem Haltegriff übergehen. • Die Befreiungen sollten sich nach Möglichkeit ergänzen, d.h. die Reaktionen von Uke berücksichtigen. • Sinnvolles Arbeiten in der Standardsituation Rückenlage und die Vorbereitung auf Randori erfordern, Lösungen für die Ober- und die Unterlage zu kennen. 6. Randori Die Gesamtzeit für das Prüfungsfach Randori sollte mit mehrfachem Partnerwechsel 10 Minuten nicht überschreiten. Die beim Randori übenden Judoka sollen • nicht mit den Armen sperren, sondern lockere, gebeugte Arme und einen aufrechten Kampfstil zeigen („schönes Judo“) • nicht ausschließlich verteidigen, sondern auch entschlossen angreifen und zu werfen versuchen • nicht nur die Rolle von Tori demonstrieren, sondern auch ein guter (d.h. kooperierender/kämpfender) Uke sein und bei einem guten Angriff auch eine gute Falltechnik zeigen • am Boden nicht nur spielerisch miteinander raufen, sondern mit größeren Widerständen als im Stand auch das gegeneinander Kämpfen erproben
Lexikon / neue japanische Begriffe
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken
5. Kyu: orangener Gürtel
Erläuterungen zum Prüfungsprogramm des 5. Kyu (orangener Gürtel) Ausbildungsschwerpunkte • Mit der Prüfung zum 5. Kyu schließt der Judoka die Grundausbildung ab und wird zu einem fortgeschrittenen Judoka. Dies sollte sich im Bewegungsverhalten zeigen. • Die bereits erlernten Techniken sollten sicher und mit guter Kontrolle über Ukes Fall ausgeführt werden können. Falltechniken sind sicher und selbstbewusst. • Die Probleme der Kumi-kata („die Art wie man greift“) müssen besprochen werden, damit die Techniken variabler und den Kampfsituationen angepasster angewendet werden können. • Die lockere und variable Arbeit der Arme und Hände sowie der sinnvoller Einsatz von Zug und Druck müssen intensiv geübt werden • Der unterschiedliche Einsatz von Zug- und Hubarm soll mit Morote-seoi-nage vermittelt werden. • Kombinationen und Konter nach Ausweichen und Übersteigen erfordern, dass das zugrunde liegende Verteidigungsverhalten mit aufrechtem Oberkörper geübt wird • Auf dieser Ausbildungsstufe werden fast alle Würfe auf einem Bein ausgeführt. • Einsatz und Timing des Spielbeines sind wichtige Unterrichtsschwerpunkte. • Bei der Einführung der Hebeltechniken muss auf Verletzungsgefahren und die damit verbundene Verantwortung von Tori besonders hingewiesen werden.
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern 1. Falltechnik Die Judorolle über ein Hindernis (z.B. Medizinball, Gürtel oder Partner) soll die Sicherheit der Falltechnik vorwärts vertiefen und eine höhere und weitere Rollbewegung veranlassen. 2. Grundform der Wurftechnik Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Techniken, die auf einem Bein stehend ausgeführt werden. Tori muss die Kontrolle über Uke durch sicheren Stand nach der Wurfausführung sicherstellen. Auch bei der Demonstration der Grundform sollte auf dieser Ausbildungsstufe das Ausnutzen von Bewegung bei der Wurfausführung im Mittelpunkt stehen. 3. Grundform der Bodentechnik Die beiden Hebel-Prinzipien (Armbeuge-/ Armstreckhebel) sollen korrekt und ruhig demonstriert werden. Dabei geht es weniger um das Anwenden in der richtigen Situation als um die verantwortungsbewusste und wirksame Ausführung der Technik. 4. Anwendungsaufgabe im Stand In dieser Anwendungsaufgabe geht es um die verschiedenen Möglichkeiten, Ausweichen oder Übersteigen nach einem ersten Wurfversuch zu einem zweiten Wurf zu nutzen. Uke kann seine Reaktion zu einem Konter nutzen und Tori kann Ukes Reaktion auf den ersten Wurf mit einem nachfolgenden zweiten Wurf kombinieren. Dies kann auf dieser Ausbildungsstufe nur bei einem angemessenen Partnerverhalten erfolgen. 5. Anwendungsaufgabe am Boden • Hier sollen die erlernten Armhebel in Standardsituationen sinnvoll angewendet werden. Vor allem wenn Uke sich aus Haltegriffen zu befreien versucht oder in der Bank verteidigt, können Armhebel erfolgreich eingesetzt werden. • Mit der Standardsituation Beinklammer sollen die situativen Möglichkeiten erweitert werden, aus der Oberlage oder der Unterlage zum Erfolg zu kommen. 6. Randori Die Gesamtzeit für das Prüfungsfach Randori sollte auch bei mehreren Partnerwechseln 10 Minuten nicht überschreiten. Die beim Randori übenden Judoka sollen • nicht den Griff wechseln, sondern auf Verlangen der Prüfer mit gleichem oder gegengleichem Griff kämpfen • nicht ausschließlich verteidigen, sondern auch Fehler im Angriffsverhalten des Partners zu eigenen Kontertechniken nutzen • nicht mit „steifen“, festen Armen sperren, sondern eine bewegliche, lockere Verteidigung vor allem durch Ausweichen und Übersteigen demonstrieren • sich nicht schablonenhaft, genormt, gelernt oder abgesprochen bewegen, sondern die sich ergebenden Chancen leicht zu kontrollierten Würfen nutzen • am Boden nicht einfach die erlernten Griffe demonstrieren, sondern diese als Lösungen für Standardsituationen deutlich machen • nicht so verteidigen, dass der Partner keine Technik mehr ausführen kann, sondern mit dem dosierten Widerstand, der unter Anstrengung eine Technik noch möglich macht
Lexikon/neue japanische Begriffe
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken
4.Kyu: orange-grüner Gürtel
Erläuterungen zum Prüfungsprogramm 4. Kyu (orange-grüner Gürtel) Ausbildungsschwerpunkte • Es beginnt das Grundlagentraining. Der Begriff „Grundlagentraining“ beinhaltet, dass zum Erreichen der aufgeführten motorischen Ziele eine systematische, regelmäßige und nachhaltige technisch/ taktische Ausbildung notwendig ist. Das Grundlagentraining soll auf keinen Fall einseitig wettkampfsportlich ausgerichtet sein. • Für einen fortgeschrittenen Judoka ist es wichtig, regelmäßig die Techniken der Grundausbildung als stabile Basis für neue Techniken zu wiederholen (vgl. Vorkenntnisse) • Die erlernten Sicheltechniken von innen sollen in Varianten unterrichtet werden. • Koshi-uchi-mata als eine der erfolgreichsten Wettkampftechniken ist ein technischer Schwerpunkt dieser Ausbildungsstufe. • Die Aspekte der Kumi-kata („der Art zu greifen“) werden durch Möglichkeiten des Grifflösens erweitert. • Der freie Fall zu beiden Seiten ist notwendig, um vor allem bei der Einführung der ersten Sutemi-waza („Selbstfalltechnik“) als Uke das Üben angstfrei unterstützen zu können. • Es geht auf dieser Ausbildungsstufe bei den Wurftechniken auch darum, die Handlungsspielräume der Judoka zu erweitern und ihnen vielfältige Situationen bei der Anwendung der Wurftechniken aufzuzeigen. • Vergrößerte Handlungsmöglichkeiten sollen sich auch im Standrandori zeigen, indem Aspekte der Kumi-kata wie Griffwechsel und Grifflösen sowie sinnvolles und variables Anwenden der Wurftechniken angewandt werden. • Im Übergang vom Stand in die Bodenlage geht es um das sinnvolle und schnelle Erkennen und Nutzen sich bietender Situationen in den verschiedenen Lagen als Unter- oder Obermann sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung.
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern 1. Vorkenntnisse In dieser Gürtelstufe sollen zum ersten Mal Vorkenntnisse abgeprüft werden. Es soll stichprobenartig überprüft werden, ob grundsätzliche Bewegunsgsfertigkeiten und Techniken der vorherigen Stufen als Basis beherrscht werden. Dies gilt auch für alle folgenden Stufen und wird deshalb in den folgenden Erläuterungen nicht nochmals erwähnt! 2. Falltechnik Der freie Fall kann von älteren Judoka über 30 Jahren auch auf einer Weichbodenmatte demonstriert werden. Unter Partnerhilfe verstehen wir z.B. einen stehenden Partner, über dessen Arm man fällt („Reckstangen-Fallübung“) 3. Grundform der Wurftechnik Zur technisch korrekten Ausführung der Wurftechniken auf dieser Stufe ist das richtige Verhalten von Uke vor dem Wurf (Kuzushi, Bewegung) und im Wurf (lockeres Fallen) von besonderer Bedeutung. Dies gilt es beim Vermitteln der Wurftechniken zu beachten. Bei Tomoe-nage kann alternativ auch Yoko-tomoe-nage demonstriert werden. 4. Grundform der Bodentechnik Die neuen Armhebel zeigen weitere Möglichkeiten auf, wie man den gestreckten Arm im Ellenbogengelenk hebeln kann. Für eine sichere Anwendung dieser Techniken ist beidseitiges Üben unerlässlich. 5. Anwendungsaufgabe im Stand • Für das judogemäße Ausführen der Anwendungsaufgabe ist es wichtig, die verschiedenen Möglichkeiten einzuüben, wie man auf Zug und Druck der Arme reagieren kann. Blocken einer Eindrehtechniken kann sowohl mit den Armen als auch mit der Hüfte erfolgen, wobei man den Griff beibehalten oder losreißen kann. • Die unterschiedlichen Wurfsituationen können durch verschiedene Bewegungsrichtungen, unterschiedliche Griffsituationen oder durch unterschiedliche Aktivitäten von Uke und Tori („Situationen nutzen oder schaffen“) hergestellt werden. 6. Anwendungsaufgabe am Boden • Die erlernten Armhebel sollen in Standardsituationen sinnvoll angewendet werden. Wenn Uke sich aus Haltegriffen zu befreien versucht, in der Bank verteidigt oder wenn Tori auf dem Rücken liegt, können Armhebel aber auch Haltegriffe erfolgreich angewendet werden. • Erstmals werden Grifftechniken als Konter am Boden eingesetzt, wenn Tori aus der Bankposition in Unterlage Angriffsversuche von Uke für sich zu Waki-gatame oder einem Haltegriff nutzt 7. Randori Die Randori auf dieser Stufe sollten ein freies, spielerischen Üben mit beginnendem „Kampfcharakter“ sein. Die beim Randori übenden Judoka sollen • nicht durch eine gebeugte Körperhaltung Wurfansätze erschweren, sondern mit aufrechtem Oberkörper wechselseitig schnelle Wurfansätze ermöglichen • nicht nur mit einem Griff üben, sondern mit verschiedenen Griffhaltungen zu Wurftechniken kommen • nicht hart verteidigen oder hektisch angreifen, sondern ein bewegliches, lockeres Randori mit wechselseitigen Angriffs- und Verteidigungsaktionen zeigen • nicht ausschließlich im Stand arbeiten, sondern auch die Chancen nutzen, sinnvoll zur Bodenlage über zu gehen. Lexikon / neue japanische Begriffe
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken
3. Kyu: grüner Gürtel
Erläuterungen zum Prüfungsprogramm des 3. Kyu (grüner Gürtel) Ausbildungsschwerpunkte • Nachdem in der vorhergehenden Ausbildungsstufe Blocken als Verteidigungsverhalten eingeführt worden ist, können in der Stufe des 3. Kyu weitere sich daraus ergebende Kontertechniken eingeführt werden • Die neuen Sutemi-waza (Selbstfalltechniken) erfordern eine Verfeinerung des Fallens nach vorne, was sich in der Einführung des freien Falls zu beiden Seiten widerspiegelt. • Auch wenn es sich aus den Anforderungen der Prüfungsinhalte nicht zwangsläufig ergibt, ist eine variable Ausweitung der Fähigkeiten im Bereich Kumi-kata („die Art, wie man greift“) zwingend notwendig • Mit den Anwendungsaufgaben wird weiter auf die komplexe Anwendung der Judotechniken in freien Situationen vorbereitet. • Der für die Teilnahme an Wettkämpfen sehr wichtige Zusammenhang zwischen Stand- und Bodentechniken wird mit der Anwendungsaufgabe Boden beispielhaft dargestellt. • Für das Randori werden die konkreten Vorgaben verringert, daher kann man es offener und freier durchführen. • Beim Einstieg in die Nage-no-kata soll „formelles Üben“ vermittelt werden als eine andere Art, Judo zu betreiben und zu verstehen.
Anmerkungen den Prüfungsfächern 1. Vorkenntnisse Da das Prüfungsprogramm zum 3. Kyu als einziges alle acht Prüfungsfächer enthält, sollten Vorkenntnisse nur dann ein wenig eingehender überprüft werden, wenn es sich für das Gesamtbild der Prüfung als zwingend notwendig erweist. 2. Falltechnik Die Demonstration des freien Falls kann (aber muss nicht!) vor allem bei Judoka ab 30 Jahren auch auf einer Weichbodenmatte toleriert werden. 3. Grundform der Wurftechnik • Koshi-guruma und Ushiro-goshi gehören zusammen, da das eine der Angriff ist, der durch die andere Technik gekontert wird. Kontern durch Ausheben soll man unbedingt beidseitig lernen. • Tani-otoshi ist als Konter eine sehr schwierige Technik. Es empfiehlt sich daher Tani-otoshi zunächst entweder als Angriff oder als antizipierten Konter einzuführen. Damit ist gemeint, dass man den Konter nicht über ein vorhergehendes Blocken einführt, sondern in den Angriff des Gegners hinein startet. • Sumi-gaeshi sollte mit normalem Griff (siehe aktuelle Wettkampfregel)gezeigt werden; in Ausnahmefällen (z.B. bei erfolgreichen Wettkämpfern) kann jedoch auch Yoko-sumi-gaeshi (mit einseitigem Diagonalgriff) akzeptiert werden 4. Grundform der Bodentechnik • Beide verlangten Armhebel lassen sich gut aus einer Kesa-gatame Position einführen. • Ukes Sicherheit muss durch dosierten Einsatz der Beinkraft gewährleistet sein. • Mit Ashi-garami ist ein Ude-garami mit Einsatz des Beines gemeint. 5. Anwendungsaufgabe im Stand Situationen für das Anwenden der Wurftechniken sind: a) unterschiedliche Aktivitäten von Uke und/oder Tori (z.B. schieben, ziehen, heben, nach unten drücken etc.), b) unterschiedliche Bewegungsrichtungen (vor, rück, nach rechts, nach links, im Kreis rechts, im Kreis links), unterschiedliche Auslagen (Ai-yotsu, Kenka-yotsu), c) Wurf als direkter Angriff, als Konter, in einer Kombination sowie d) mit unterschiedlichen Griffen an Ärmel, Kragen oder anderen Teilen des Judogi. 6. Anwendungsaufgabe am Boden Hier geht es darum, die drei grundsätzlich möglichen Übergange zum Boden mit je einem Beispiel aufzuzeigen. Beim direkten Übergang steht die Zieltechnik am Boden im Vordergrund, bei den beiden anderen die Handlungskette. 7. Randori Randori auf dieser Stufe sollte ein freies, spielerischen Üben mit leichtem „Kampfcharakter“ sein. Die beim Randori übenden Judoka sollen nicht mehr an vorgegebenen Bewegungsmustern festkleben, sondern die gestellten Aufgaben in Stand und Boden leicht und locker mit einem angemessenen Wechsel aus Anspannung und Lockerheit kämpferisch lösen 8. Kata Als erste zu erlernende Gruppe wurde die 3. Gruppe Koshi-waza („Hüftwürfe“) der Nage-no-kata („Form des Werfens“) ausgewählt, weil die Wurftechniken dieser Gruppe in den vorhergehenden Stufen schon unterrichtet wurden. So können sich die Judoka ganz auf die spezifischen Anforderungen einer Kata (genaue Absprache, Art des Bewegens, spezielle Wurfausführung) konzentrieren. Lexikon / neue japanische Begriffe
Hier darf auch eine beliebige andere Beingreiftechnik gezeigt werden Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken
2. Kyu: blauer Gürtel
Erläuterungen zum Prüfungsprogramm des 2. Kyu (blauer Gürtel) Ausbildungsschwerpunkte • Auch wenn Fallen als Prüfungsfach nicht mehr überprüft wird, muss dennoch in jeder Übungsstunde Fallen weiter geübt werden. Insbesondere die sichere und variable Beherrschung der Judorolle erleichtert das Erlernen von Würfen wie Yoko-otoshi, aber auch von Ashi-uchi-mata und Utsuri-goshi. • In dieser Ausbildungsstufe werden erstmals Beingreifer eingeführt. Sie können relativ oft und einfach im Aufwärmen als spezielle Fallschulung zum Rückwärtsrollen erprobt werden. • Am Boden liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem vielfältigen Erlernen von Würgetechniken. Dabei ist es wichtig, Wirkungsweise und Funktion von Würgegriffen präzise zu erläutern. • Standrandori wird auf dieser Stufe mit wettkampfnahen Verhaltensweisen angereichert, um schon im freien Üben sich auf extreme Haltungen bzw. extreme Auslagen einstellen zu lernen.
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern 1. Vorkenntnisse • Vorkenntnisse sollten nur in solchen Fällen überprüft werden, wo sich aus der Prüfung heraus Zweifel an der sicheren Beherrschung von Grundlagen ergeben, die in vorhergehenden Stufen erlernt worden sein sollten, so z.B. die 2. Gruppe der Nage-no-kata aus der Stufe des 3. Kyu. • In allen anderen Fällen kann die Beurteilung der Vorkenntnisse vor allem im Bereich Fallen sich aus den allgemeinen Leistungen während der jeweiligen Prüfung ergeben. 2. Grundform der Wurftechnik Bei der Demonstration der jeweiligen Grundform soll eine sinnvolle Kumi-kata gewählt werden. Eine Gefährdung von Uke durch eine unsichere bzw. nicht korrekte Wurfausführung darf nicht toleriert werden. Dies gilt besonders für Yoko-otoshi, Ashi-uchi-mata, Utsuri-goshi und Yoko-gake. Die beiden Begriffe Kata-ashi-dori und Kuchiki-taoshi stehen stellvertretend für alle Beingreiftechniken. 3. Grundform der Bodentechnik Es muss bei der Demonstration der jeweiligen technischen Grundform deutlich werden, wie die Wirksamkeit der Technik entwickelt wird. Dabei kann sich der Prüfer durchaus durch Nachfragen vergewissern. 4. Anwendungsaufgabe im Stand • Hier geht es im Wesentlichen darum, dass die entsprechenden Wurftechniken dynamisch und kontrolliert aus der Bewegung geworfen werden. Tori soll zunehmend selbständig eigene günstige Situationen schaffen. • Wie man diese Situationen unterschiedlich gestalten kann, wurde in den Erläuterungen zum 3. Kyu ausführlich beschrieben. 5. Anwendungsaufgabe am Boden • Es wird erwartet, dass die Judoka abwechselnd und spielerisch mit einem dosierten Widerstand die verlangten Würgetechniken aus Standardsituationen des Bodenkampfes entwickeln, dabei bieten sich vor allem Angriffe gegen die Bank oder Bauchlage sowie aus der eigenen Rückenlage an. • Es kann sinnvoll sein, bei diesem Prüfungsfach beide Judoka gemeinsam zu beurteilen. 6. Randori Randori auf dieser Stufe sollte ein freies, spielerisches Üben sein. Die beim Randori übenden Judoka sollen • nicht verbissen gegeneinander kämpfen, sondern die gestellten Aufgaben im Stand und am Boden mit einem angemessenen Wechsel aus Anspannung und Lockerheit demonstrieren • nicht unbedingt mit jedem Ansatz zum Erfolg kommen, sondern auch durch korrektes Verteidigen (keine steifen Arme!) Fallen verhindern. 7. Kata • Für den 2. Kyu wurde die 3. Gruppe der Nage-no-kata „Ashi-waza“ (Fußtechniken) ausgewählt, weil zwei der drei zu demonstrierenden Techniken schon auf vorangehenden Ausbildungsstufen erlernt wurden. • Das Zeremoniell sollte in Ansätzen beherrscht werden; Abstriche bei der Ausführungsqualität sind durchaus zulässig. Lexikon / neue japanische Begriffe
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken
1. Kyu: brauner Gürtel
Erläuterungen zum Prüfungsprogramm des 1. Kyu (brauner Gürtel) Ausbildungsschwerpunkte • Mit Erlangen des 1. Kyu sind die wesentlichen technischen Elemente des Grundlagentrainings vermittelt worden. • Die Wurftechniken erfordern von Uke eine sichere und selbstbewusste Beherrschung der Falltechniken, da der Fall bei einigen Wurftechniken sehr hoch (wie z.B. Ura-nage, Kata-guruma) und auch hart (z.B. Soto-maki-komi oder Te-guruma) sein kann. • Bei den Grifftechniken liegt das besondere Augenmerk auf Sankaku („Dreieck“) –Techniken, die sowohl als Haltegriff, als Würgegriff oder als Armhebel abgeschlossen werden sollen. • Mit der Anwendungsaufgabe Boden wird der für die Teilnahme an Wettkämpfen sehr wichtige Zusammenhang zwischen Stand- und Bodentechniken weiter verdeutlicht. • Standrandori soll als „freies Üben“ mit dosierten, angemessenen Widerständen praktiziert werden. Dabei sollen die Judoka möglichst viele Aspekte des „Judospiels Randori“ aufzeigen, ohne sich zu verabreden, sondern aus dem Gefühl heraus, eine sich anbietende oder geschaffene Situation angemessen und sinnvoll zu nutzen. • Das Üben der Nage-no-kata wird mit der 1. Gruppe Te-waza („Handtechniken“) abgeschlossen. Auch wenn es für die Prüfung zum 1. Kyu nicht zwingend notwendig ist, sollten die Judoka in der Lage sein, die drei bisher erlernten Gruppen auch hintereinander in der korrekten Reihenfolge zu demonstrieren.
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern 1. Vorkenntnisse Nur in ganz besonderen Fällen sollten die Prüfer Vorkenntnisse beurteilen. Das richtige (Fall-)Verhalten von Uke kann auch rückwirkend beurteilt werden. Vgl. dazu auch die Anmerkungen des 2. Kyu. 2. Grundform der Wurftechnik • Ura-nage, Yoko-guruma und Te-guruma können als Kontertechniken aber auch als direkte Angriffe sinnvoll demonstriert werden. • Ashi-guruma und O-guruma geben die Möglichkeit, den Kawaishi-Eingang („über Kreuz-Eingang) als weitere Eingangsbewegung zu studieren. • Kata-guruma kann sowohl als klassische Variante mit hohem Ausheben und auch als „Abtaucher“ mit niedrigem Abrollen vorgeführt werden. • Maki-komi Techniken müssen so eingeführt werden, dass der Fall von Uke durch Tori gut und sicher zu kontrollieren ist. 3. Grundform der Bodentechnik • Die Grundformen der Sankaku-Varianten können sich mit der Anwendungsaufgabe vermischen, weil eine Demonstration dieser Techniken fast immer sinnvoll aus Standardsituationen heraus erfolgt. • Kata-te-jime sollte auch in der Wettkampfvariante „Koshi-jime“ gezeigt werden können. 4. Anwendungsaufgabe im Stand Im Unterschied zum Randori sollen bei der Anwendung konkrete Wurftechniken im „freien Üben“ gezeigt werden. Dabei soll diese „Randori ähnliche“ Anwendung durchaus auf vorheriger Absprache beruhen. 5.Anwendungsaufgabe am Boden • Im Übergang zum Boden sollen zwei Angriffe von Uke mit Würgegriffen gekontert werden. Dieser Übergang ist für einen fortgeschrittenen Judoka zwingend notwendig. • Auch Sankaku ist für den fortgeschrittenen Judoka ein „Muss“! Daher erklärt sich diese Anwendungsaufgabe. 6. Randori Randori auf dieser Stufe sollten ein freies, spielerischen Üben mit „Kampfcharakter“ sein, das alle Möglichkeiten des Judo beinhalten kann, d.h. Angriffs-/ Verteidigungsverhalten kann durchaus misslingen. Dies gehört zu den Kernkompetenzen eines Braungurts. 7. Kata Kata schult präzise verabredetes Üben. Jede Bewegung ist vorgegeben und bekannt. Daher kann ganz besonders das Timing, Abstimmung, Kooperation und Präzision der Wurftechniken bewertet werden. Die Form sollte richtig sein, auch wenn Verstöße gegen Details unberücksichtigt bleiben sollten.
Lexikon / neue japanische Begriffe
Die Prüflinge sollten vor allem die Begriffe kennen, die zum Bestehen der Prüfung notwendig sind, z.B. die Namen der geforderten Judotechniken
Graduierungsübersicht für Kyu- Grade Schülergürtel (Kyu)
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: judowiesloch@gmx.net
|